{"id":10310,"date":"2026-08-28T12:30:00","date_gmt":"2026-08-28T10:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lukaswojcik.com\/blog\/?p=10310"},"modified":"2026-08-19T10:54:17","modified_gmt":"2026-08-19T08:54:17","slug":"einen-tc-string-lesen-was-in-den-kopfbits-steht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lukaswojcik.com\/blog\/de\/data-privacy-de\/einen-tc-string-lesen-was-in-den-kopfbits-steht\/","title":{"rendered":"Einen TC-String lesen: was in den 213 Kopfbits steht"},"content":{"rendered":"<p>Auseinandersetzungen \u00fcber Einwilligungen laufen meist \u00fcber Behauptungen: der Banner sei so eingerichtet, die Anbieterliste sei aktuell, der String sei frisch. Alle drei stehen geschrieben, in einem Cookie namens <code>euconsent-v2<\/code>, und \u00fcber keine davon muss gestritten werden &#8211; denn der String ist nicht verschl\u00fcsselt. Er ist gepackt, und ihn auszupacken braucht keinen Schl\u00fcssel.<\/p>\n<p>Was folgt, ist der Aufbau dieser Packung. Sie zu kennen lohnt nicht um ihrer selbst willen, sondern weil das Lesen eines Strings in einer halben Minute kl\u00e4rt, was sonst zur R\u00fcckfrage beim Anbieter wird: ob das CMP geschrieben hat, was der Dialog versprochen hat, wann es das zuletzt tat und gegen welche Fassung der Anbieterliste.<\/p>\n<figure class=\"lw-diagram\">\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.lukaswojcik.com\/blog\/wp-content\/uploads\/diagrams\/tc-string-de.png\" width=\"1120\" height=\"580\" loading=\"lazy\" alt=\"Das Kernsegment eines TC-Strings als Bitstreifen: Version, zwei Zeitstempel, CMP-Felder, Sprache, Version der Anbieterliste und Richtlinienversion, danach Sondermerkmale, Zwecke, berechtigtes Interesse und der Anbieterabschnitt\"><figcaption>Das Kernsegment, Bit f\u00fcr Bit: 213 Bit Kopf, danach Zwecke und Anbieter.<\/figcaption><\/figure>\n<h2>Wie der String gepackt ist<\/h2>\n<p>Ein TC-String ist eine Folge von Feldern fester Bitl\u00e4nge, hintereinander geschrieben, ohne Trennzeichen, und anschlie\u00dfend in websicherem Base64 kodiert &#8211; jener Spielart, die Bindestrich und Unterstrich verwendet statt der beiden Zeichen, die in einer Adresse maskiert werden m\u00fcssten. Jedes Zeichen tr\u00e4gt genau sechs Bit.<\/p>\n<p>Deshalb beginnt jeder TC-String, der einem begegnet, mit dem Buchstaben <code>C<\/code>: das erste Feld ist die Version, sechs Bit breit, und die Version 2 in sechs Bit geschrieben lautet <code>000010<\/code>, also das Zeichen an Position 2 des Alphabets. Ein String, der anders anf\u00e4ngt, ist entweder keiner oder nicht Version 2 &#8211; beides ist bemerkenswert, bevor irgendetwas anderes gelesen wird.<\/p>\n<h2>Die 213 Bit des Kopfes<\/h2>\n<p>Alles bis zu den Anbietern liegt in fester Reihenfolge, und genau das macht es ohne Bibliothek lesbar.<\/p>\n<table style=\"width:100%;border-collapse:collapse\">\n<thead>\n<tr>\n<th style=\"white-space:nowrap;vertical-align:top\">Feld<\/th>\n<th style=\"white-space:nowrap\">Bit<\/th>\n<th>Was es kl\u00e4rt<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"white-space:nowrap;vertical-align:top\">Version<\/td>\n<td>6<\/td>\n<td>In der Praxis immer 2; alles andere geh\u00f6rt nicht zu diesem Format.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"white-space:nowrap;vertical-align:top\">Erstellt, zuletzt ge\u00e4ndert<\/td>\n<td>je 36<\/td>\n<td>Zehntelsekunden seit 1970 &#8211; das Alter der Einwilligung, sekundengenau.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"white-space:nowrap;vertical-align:top\">CMP-Nummer, CMP-Version<\/td>\n<td>je 12<\/td>\n<td>Welches CMP den String geschrieben hat, in welchem Stand.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"white-space:nowrap;vertical-align:top\">Version der Anbieterliste<\/td>\n<td>12<\/td>\n<td>Die Fassung der Liste, aus welcher der Dialog gebaut wurde.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"white-space:nowrap;vertical-align:top\">TCF-Richtlinienversion<\/td>\n<td>6<\/td>\n<td>Ab 4 folgt der String den Regeln von TCF 2.2.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"white-space:nowrap;vertical-align:top\">Sondermerkmale<\/td>\n<td>12<\/td>\n<td>Genauer Standort und Ger\u00e4teabfrage, als zwei von zw\u00f6lf m\u00f6glichen Bits.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"white-space:nowrap;vertical-align:top\">Zwecke, Zwecke mit Interesse<\/td>\n<td>je 24<\/td>\n<td>Elf vergebene Zwecke, zweimal: Einwilligung und berechtigtes Interesse.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Zusammen mit der Nummer des Einwilligungsdialogs, der zweibuchstabigen Sprache, dem Kennzeichen f\u00fcr Dienstspezifik und dem Land des Verlags ergibt das 213 Bit. Ab Bit 214 beginnen die Anbieter, und dort h\u00f6rt die feste L\u00e4nge auf.<\/p>\n<h2>Warum ein String kurz und der n\u00e4chste endlos ist<\/h2>\n<p>Anbieter werden auf eine von zwei Arten abgelegt, und der String entscheidet das je Abschnitt. Entweder als Bitfeld, ein Bit je Anbieter bis zur h\u00f6chsten Nummer &#8211; was 1200 Bit kostet, wenn die Liste so weit reicht, ganz gleich wie vielen tats\u00e4chlich zugestimmt wurde. Oder als Bereiche: eine Anzahl, danach je Bereich ein Anfang und ein Ende zu je sechzehn Bit.<\/p>\n<p>Wer allem zustimmt, erzeugt einen kompakten String, weil die ganze Liste in eine Handvoll Bereiche zusammenf\u00e4llt. Wer f\u00fcnfzig Anbieter aus achthundert ausw\u00e4hlt, erzeugt den langen, weil jede einzelne Wahl zu einem eigenen Bereich wird. Die L\u00e4nge des Cookies sagt damit etwas \u00fcber die Form der Entscheidung aus und nichts dar\u00fcber, wie gro\u00dfz\u00fcgig sie war.<\/p>\n<h2>Was TCF 2.2 zum Fehler gemacht hat<\/h2>\n<p>Drei Dinge lohnt es in jedem String zu pr\u00fcfen, und alle drei sind mit der Richtlinienversion 4 von Auslegungsfragen zu festen Regeln geworden.<\/p>\n<p>Berechtigtes Interesse ist f\u00fcr die Zwecke 1, 3, 4, 5 und 6 nicht mehr zul\u00e4ssig. Ein String, der diese Bits tr\u00e4gt, stammt entweder aus der Zeit davor oder von einem CMP, das die \u00c4nderung nicht nachvollzogen hat &#8211; und das Bit ist nicht harmlos, denn Anbieter lesen es als Verarbeitungsgrundlage.<\/p>\n<p>Die Zwecke 12 bis 24 gibt es im Format, aber nicht in der Spezifikation. Gesetzte Bits dort bedeuten, dass ein CMP in Felder schreibt, die niemand definiert &#8211; das deutlichste Zeichen einer selbst gebauten Umsetzung.<\/p>\n<p>Und das Alter: der \u00c4nderungszeitpunkt steht im String, eine Einwilligung \u00e4lter als dreizehn Monate l\u00e4sst sich also allein am Cookie erkennen. Zusammen mit der Version der Anbieterliste beantwortet das die Frage, ob ein Dialog Anbieter f\u00fchrt, nach denen der Besucher nie gefragt wurde &#8211; denn die Liste w\u00e4chst, und ein gegen eine \u00e4ltere Fassung geschriebener String hat zu den Hinzugekommenen schlicht nichts zu sagen.<\/p>\n<h2>Die Segmente nach dem Kern<\/h2>\n<p>Ein String kann mehr als ein Segment tragen, durch Punkte getrennt, und jedes weitere beginnt mit drei Bit, die seine Art benennen. Art 1 f\u00fchrt die auf dem Ger\u00e4t offengelegten Anbieter, Art 3 tr\u00e4gt die eigenen Zwecke des Verlags &#8211; jene, die eine Seite f\u00fcr sich erg\u00e4nzen darf. Art 2 war das Segment der erlaubten Anbieter und ist in 2.2 entfallen.<\/p>\n<p>Alles hinter dem ersten Punkt ist damit freiwillig, und sein Fehlen ist kein Mangel. Ein Mangel ist ein zweites Segment, das sich nicht entschl\u00fcsseln l\u00e4sst, weil ein zwischengeschalteter Dienst das Cookie an einer L\u00e4ngengrenze abgeschnitten hat &#8211; die \u00fcbliche Erkl\u00e4rung f\u00fcr einen String, der sich bis zu einer Stelle sauber liest und dann aufh\u00f6rt.<\/p>\n<h2>Was sich damit in der Praxis kl\u00e4ren l\u00e4sst<\/h2>\n<p>Drei Fragen kommen in fast jeder Pr\u00fcfung vor, und der String beantwortet sie alle drei ohne fremdes Zutun. Ob das CMP geschrieben hat, was der Dialog versprach &#8211; durch den Vergleich der Zweckbits mit den getroffenen Entscheidungen. Ob der Aufbau aktuell ist &#8211; an Richtlinienversion und Version der Anbieterliste. Und ob ein Besucher auf einer Entscheidung aus einer anderen Zeit mitgef\u00fchrt wird &#8211; am \u00c4nderungszeitpunkt.<\/p>\n<p>Nichts davon ersetzt einen Blick in den Dialog selbst, und der String sagt nichts dar\u00fcber, ob ein Anbieter sich daran h\u00e4lt. Aber er macht aus drei Behauptungen drei Ablesungen, und das gen\u00fcgt meist, um jenen Teil der Diskussion zu beenden, in dem es nie um Tatsachen ging.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Cookie euconsent-v2 ist nicht verschl\u00fcsselt, nur gepackt. Was in den ersten 213 Bit steht, wie Zwecke und Anbieter abgelegt sind und welche Befunde TCF 2.2 zu Fehlern gemacht hat.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":11420,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[19],"tags":[92139,92265],"class_list":["post-10310","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-data-privacy-de","tag-consent-management-de","tag-prywatnosc-danych-pl-de"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.1 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Einen TC-String lesen: was in den 213 Kopfbits steht - Lukas Wojcik - Blog<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Aufbau eines TCF-v2.2-Consent-Strings: 213 Kopfbits, Zwecke als Bitfeld, Anbieter als Bereiche \u2013 und die Pr\u00fcfungen, die einen alten String verraten.\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.lukaswojcik.com\/blog\/de\/data-privacy-de\/einen-tc-string-lesen-was-in-den-kopfbits-steht\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_US\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Einen TC-String lesen: was in den 213 Kopfbits steht - 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