{"id":20087,"date":"2026-09-25T15:40:00","date_gmt":"2026-09-25T13:40:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.lukaswojcik.com\/blog\/?p=20087"},"modified":"2026-09-25T10:49:21","modified_gmt":"2026-09-25T08:49:21","slug":"crossfades-schnitte-klick-stoss-pegelloch-blendenlaenge-gemessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lukaswojcik.com\/blog\/de\/music-production-de\/crossfades-schnitte-klick-stoss-pegelloch-blendenlaenge-gemessen\/","title":{"rendered":"Crossfades und Schnitte: Klick am Sto\u00df, Pegelloch in der Blende und die n\u00f6tige Blendenl\u00e4nge gemessen"},"content":{"rendered":"<p>FL Studio blendet am Ende eines Audio-Clips in der Voreinstellung 10 ms lang aus. Das Handbuch nennt auch den Grund: Ein Schnitt landet meist mitten in einer Schwingung, und liegt er weit von der Mitte entfernt, entsteht ein Sprung, der als Klick zu h\u00f6ren ist. Der verbreitete Rat, im Nulldurchgang zu schneiden, folgt daraus unmittelbar.<\/p>\n<p>Eine Blende hat aber zwei Aufgaben, die einander widersprechen: den Sprung wegnehmen und dabei den Pegel halten. Welche Kurve das zweite schafft, h\u00e4ngt davon ab, ob links und rechts dasselbe Material steht. Diese Messung nimmt beides auseinander.<\/p>\n<figure class=\"lw-diagram\">\n<img src=\"https:\/\/www.lukaswojcik.com\/blog\/wp-content\/uploads\/diagrams\/crossfade-schnitte-de.png\" width=\"1120\" height=\"580\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\"\n     alt=\"Diagramm aus zwei Teilen. Links der Pegel durch eine Blende von einer Sekunde: die lineare Kurve bleibt bei gleichem Material auf null und sackt bei verschiedenem in der Mitte auf \u22123,01 dB ab, der Viertelsinus bleibt bei verschiedenem auf null und steigt bei gleichem auf +3,01 dB. Rechts eine von links oben nach rechts unten fallende Linie, der Klick am Schnitt \u00fcber neun Blendenl\u00e4ngen von 0 bis 20 Millisekunden, von \u221214,2 auf \u221273,6 dBFS, mit einer gestrichelten Marke bei 10 Millisekunden. Darunter vier Kennzahlen\"><figcaption>Der Pegel durch eine Blende von einer Sekunde f\u00fcr zwei Kurven und zwei F\u00e4lle, und der Klick am Schnitt \u00fcber der L\u00e4nge der Blende.<\/figcaption><\/figure>\n<h2>Wie gemessen wurde<\/h2>\n<ul>\n<li><strong>Blende:<\/strong> alle 23 Kurven von <code>acrossfade<\/code> in ffmpeg 7.1.5, Blendenl\u00e4nge eine Sekunde. Abgetastet wurden die beiden Verst\u00e4rkungsverl\u00e4ufe mit einem Gleichwert: durch den Filter geht dann nur die Kurve selbst, ohne Material, das eigene Schwankungen mitbringt.<\/li>\n<li><strong>Zwei F\u00e4lle:<\/strong> Aus den beiden Verl\u00e4ufen folgt der Pegel f\u00fcr gleiches Material auf beiden Seiten, wo sich die Verst\u00e4rkungen addieren, und f\u00fcr verschiedenes, wo sich ihre Leistungen addieren. Beides wurde mit rosa Rauschen gegengepr\u00fcft, der zweite Fall \u00fcber 60 unabh\u00e4ngige Paare gemittelt.<\/li>\n<li><strong>Klick:<\/strong> ein Ton von 220 Hz bei \u22126 dBFS, an f\u00fcnf Stellen der Schwingung geschnitten und mit einem zweiten St\u00fcck desselben Tons fortgesetzt. Gemessen wurden der Sprung des Wertes, der Knick der Steigung und die Spitze oberhalb von 5 kHz, wo der Grundton nichts beitr\u00e4gt.<\/li>\n<li><strong>Blendenl\u00e4nge:<\/strong> derselbe Schnitt mit Blenden von 0 bis 20 ms, einmal an 220 Hz und einmal an 50 Hz.<\/li>\n<li><strong>Nulldurchgang:<\/strong> zwei T\u00f6ne von 200 und 300 Hz zusammen. Gez\u00e4hlt wurden die Nulldurchg\u00e4nge der Summe und darunter die Stellen, an denen beide T\u00f6ne zugleich bei null stehen.<\/li>\n<\/ul>\n<h2>Die Blende: welche Kurve welchen Fall h\u00e4lt<\/h2>\n<table>\n<thead>\n<tr>\n<th>Kurve<\/th>\n<th>Pegel in der Mitte, gleiches Material<\/th>\n<th>Pegel in der Mitte, verschiedenes Material<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>linear (<code>tri<\/code>, Voreinstellung)<\/td>\n<td>0,00 dB<\/td>\n<td>\u22123,01 dB<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Viertelsinus (<code>qsin<\/code>)<\/td>\n<td>+3,01 dB<\/td>\n<td>0,00 dB<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>halber Sinus (<code>hsin<\/code>)<\/td>\n<td>0,00 dB<\/td>\n<td>\u22123,01 dB<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Quadratwurzel (<code>squ<\/code>)<\/td>\n<td>+3,01 dB<\/td>\n<td>0,00 dB<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>kubisch (<code>cub<\/code>)<\/td>\n<td>\u221212,04 dB<\/td>\n<td>\u221215,05 dB<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>logarithmisch (<code>log<\/code>)<\/td>\n<td>+5,48 dB<\/td>\n<td>+2,47 dB<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>exponentiell (<code>exp<\/code>)<\/td>\n<td>\u221243,98 dB<\/td>\n<td>\u221246,99 dB<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Von den 23 Kurven halten sieben den Pegel, wenn auf beiden Seiten dasselbe Material steht, und zwei, wenn dort verschiedenes steht. Keine einzige h\u00e4lt beides. Der Grund liegt in der Arithmetik: Gleiches Material addiert sich als Spannung, verschiedenes als Leistung, und die beiden Bedingungen widersprechen einander. Eine Kurve, deren Verst\u00e4rkungen sich zu eins addieren, kommt bei verschiedenem Material auf die Wurzel aus einem halben, also auf \u22123,01 dB; eine Kurve, deren Quadrate sich zu eins addieren, kommt bei gleichem Material auf +3,01 dB.<\/p>\n<p>Die Gegenprobe mit rosa Rauschen best\u00e4tigt beides. Bei gleichem Material stimmt das Ergebnis Abtastwert f\u00fcr Abtastwert mit der Summe der Verst\u00e4rkungen \u00fcberein, der Rest liegt 147,8 dB darunter und ist reine Rechengenauigkeit. Bei verschiedenem Material, \u00fcber 60 unabh\u00e4ngige Paare gemittelt, weicht die Mitte um 0,12 dB von der Vorhersage ab und keine Stelle der Blende um mehr als 0,96 dB; das ist die Streuung, die zuf\u00e4lliges Material \u00fcbrig l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Die \u00fcbrigen Kurven taugen nicht als Blende. <code>exp<\/code> f\u00e4llt in der Mitte um fast 44 dB ab, <code>cub<\/code> um 12 dB; solche Verl\u00e4ufe sind als H\u00fcllkurve gedacht, nicht als \u00dcbergang zwischen zwei Aufnahmen.<\/p>\n<h2>Der Klick am Schnitt<\/h2>\n<table>\n<thead>\n<tr>\n<th>Stelle der Schwingung<\/th>\n<th>Sprung des Wertes<\/th>\n<th>Knick der Steigung<\/th>\n<th>Klick oberhalb von 5 kHz<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>Nulldurchgang, beide steigend<\/td>\n<td>0 %<\/td>\n<td>0 %<\/td>\n<td>\u2212120,44 dBFS (Messboden)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>ein Zw\u00f6lftel nach dem Nulldurchgang<\/td>\n<td>50 %<\/td>\n<td>13 %<\/td>\n<td>\u221220,21 dBFS<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>auf der Spitze<\/td>\n<td>100 %<\/td>\n<td>100 %<\/td>\n<td>\u221213,98 dBFS<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Nulldurchgang, aber fallend<\/td>\n<td>0 %<\/td>\n<td>200 %<\/td>\n<td>\u221237,44 dBFS<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>im Tal<\/td>\n<td>100 %<\/td>\n<td>100 %<\/td>\n<td>\u221214,24 dBFS<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Der Sprung ist auf die Spitze des Tons bezogen, der Knick auf die Steigung, die der Ton im Nulldurchgang hat. Auf der Spitze geschnitten, springt der Wert um die volle Spitze und der Klick landet 7,96 dB unter dem Ton, also klar h\u00f6rbar. Ein Zw\u00f6lftel nach dem Nulldurchgang ist der Sprung halb so gro\u00df und der Klick 6 dB leiser. Der Klick folgt dem Sprung, nicht der Lautst\u00e4rke des Materials.<\/p>\n<h2>Warum der Nulldurchgang allein nicht gen\u00fcgt<\/h2>\n<p>Die vierte Zeile f\u00e4llt aus der Reihe. Dort liegt der Schnitt genau im Nulldurchgang, der Wert vor und nach dem Schnitt ist derselbe, und trotzdem klickt es mit \u221237,44 dBFS, 82 dB \u00fcber dem Messboden. Der Grund steht in der dritten Spalte: Der erste Teil f\u00e4llt gerade, der zweite steigt. Der Wert stimmt, die Richtung nicht, und der Knick ist mit 200 % doppelt so gro\u00df wie an jeder anderen Stelle.<\/p>\n<p>Bei zusammengesetztem Material kommt ein zweites Problem dazu. Zwei T\u00f6ne von 200 und 300 Hz haben zusammen 600 Nulldurchg\u00e4nge in der Sekunde, aber nur an 100 davon stehen beide T\u00f6ne zugleich bei null. Ein Beispiel aus der Messung: Die Summe steht bei 0,004, der 200-Hz-Ton aber bei +0,207 und der 300-Hz-Ton bei \u22120,203. Ein Schnitt dort l\u00f6scht die beiden Teilt\u00f6ne nicht, er trennt sie nur.<\/p>\n<p>Das ist messbar. Ein Schnitt an einem solchen Nulldurchgang der Summe klickt mit \u221233,59 dBFS, ein Schnitt an einer beliebigen Stelle mit \u221218,57 dBFS, und ein Schnitt auf der gemeinsamen Periode beider T\u00f6ne, alle 441 Abtastwerte oder 10 ms, klickt mit \u2212121,49 dBFS und liegt damit auf dem Messboden. Der Nulldurchgang der Summe bringt also rund 15 dB gegen\u00fcber einer beliebigen Stelle, und die richtige Stelle bringt weitere 88 dB.<\/p>\n<h2>Wie lang die Blende sein muss<\/h2>\n<table>\n<thead>\n<tr>\n<th>L\u00e4nge der Blende<\/th>\n<th>Abtastwerte bei 44,1 kHz<\/th>\n<th>Klick oberhalb von 5 kHz<\/th>\n<th>unter dem Ton<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td>ohne Blende<\/td>\n<td>0<\/td>\n<td>\u221214,24 dBFS<\/td>\n<td>8,22 dB<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>0,1 ms<\/td>\n<td>4<\/td>\n<td>\u221223,09 dBFS<\/td>\n<td>17,07 dB<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>0,25 ms<\/td>\n<td>11<\/td>\n<td>\u221235,31 dBFS<\/td>\n<td>29,29 dB<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>0,5 ms<\/td>\n<td>22<\/td>\n<td>\u221241,04 dBFS<\/td>\n<td>35,02 dB<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>1 ms<\/td>\n<td>44<\/td>\n<td>\u221247,32 dBFS<\/td>\n<td>41,30 dB<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>2 ms<\/td>\n<td>88<\/td>\n<td>\u221253,52 dBFS<\/td>\n<td>47,50 dB<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>5 ms<\/td>\n<td>220<\/td>\n<td>\u221261,48 dBFS<\/td>\n<td>55,46 dB<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>10 ms<\/td>\n<td>441<\/td>\n<td>\u221267,54 dBFS<\/td>\n<td>61,52 dB<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>20 ms<\/td>\n<td>882<\/td>\n<td>\u221273,59 dBFS<\/td>\n<td>67,57 dB<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Ab etwa einer Millisekunde bringt jede Verdopplung der L\u00e4nge verl\u00e4sslich 6 dB. Die ersten Zehntelmillisekunden bringen mehr, weil eine Blende von 0,1 ms bei 44,1 kHz nur vier Abtastwerte umfasst und schon diese vier den Sprung halbieren. Die Voreinstellung von FL Studio, 10 ms, dr\u00fcckt den Klick 61,52 dB unter den Ton.<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig ist, was sich nicht \u00e4ndert. Dieselbe Reihe an einem Ton von 50 Hz statt 220 Hz ergibt Werte, die um h\u00f6chstens 0,31 dB abweichen. Die n\u00f6tige Blendenl\u00e4nge h\u00e4ngt also nicht davon ab, wie tief das Material klingt, sondern allein davon, wie gro\u00df der Sprung ist. Ein Bass braucht keine l\u00e4ngere Blende als ein Becken.<\/p>\n<h2>Was daraus folgt<\/h2>\n<p>F\u00fcr den Schnitt innerhalb eines Takes, etwa wenn ein Clip geteilt und ohne Verschiebung wieder zusammengesetzt wird, ist die lineare Kurve richtig: Beide Seiten tragen dasselbe Material, und eine Kurve gleicher Leistung w\u00fcrde in der Mitte einen Buckel von 3,01 dB erzeugen. F\u00fcr den \u00dcbergang zwischen zwei verschiedenen Aufnahmen, zwei St\u00fccken in einem Mix oder zwei Schichten eines Klangs gilt das Umgekehrte: Dort h\u00e4lt der Viertelsinus den Pegel, und die lineare Kurve rei\u00dft ein Loch von 3,01 dB.<\/p>\n<p>Die L\u00e4nge folgt daraus getrennt. Wer nur den Klick loswerden will, kommt mit einer Blende von ein bis zwei Millisekunden weit; wer einen h\u00f6rbaren \u00dcbergang braucht, w\u00e4hlt sie nach dem Material und muss dann die Kurve bewusst setzen, weil bei dieser L\u00e4nge der Pegelfehler ins Gewicht f\u00e4llt. Jede Blende ist zugleich ein Fenster, und jedes Fenster verteilt Energie \u00fcber die Zeit \u2014 was ein Filter davon vor das Signal legt, steht im Artikel \u00fcber den <a href=\"https:\/\/www.lukaswojcik.com\/blog\/de\/music-production-de\/linearphasiger-minimalphasiger-eq-latenz-vorschwingen-gemessen\/\">linearphasigen gegen den minimalphasigen EQ<\/a>.<\/p>\n<p>Der Sto\u00df zwischen zwei fertigen Dateien folgt dagegen einer eigenen Rechnung, weil dort der Encoder Vorlauf und Nachlauf hinzuf\u00fcgt; ob eine Datei l\u00fcckenlos anschlie\u00dft, zeigt der <a href=\"https:\/\/www.lukaswojcik.com\/blog\/de\/werkzeuge\/gapless-playback-encoder-delay-checker\/\">Pr\u00fcfer f\u00fcr l\u00fcckenloses Abspielen<\/a>.<\/p>\n<h2>Reichweite und Grenzen<\/h2>\n<ul>\n<li>Gemessen wurde mit <code>acrossfade<\/code> aus ffmpeg, nicht in einer DAW. Die Kurvennamen geh\u00f6ren zu diesem Filter; die Arithmetik dahinter, Spannung gegen Leistung, gilt \u00fcberall.<\/li>\n<li>Die beiden F\u00e4lle sind die Randf\u00e4lle. Material, das teilweise \u00fcbereinstimmt, etwa zwei Mikrofone an derselben Quelle, liegt dazwischen, und dort liegt auch der Pegelfehler zwischen null und 3,01 dB.<\/li>\n<li>Der Klick wurde an einem einzelnen Ton gemessen. Bei dichtem Material verdeckt der eigene Hochtonanteil den Klick teilweise, der Sprung selbst bleibt aber derselbe.<\/li>\n<li>Die Grenze von \u2212120 dBFS ist der Messboden dieser Anordnung, kein Beleg daf\u00fcr, dass an einer passenden Stelle gar nichts entsteht.<\/li>\n<\/ul>\n<div class=\"lw-faq\">\n<h2>Fragen und Antworten<\/h2>\n<h3>Linear und halber Sinus zeigen in der Tabelle dieselben Werte. Worin unterscheiden sie sich?<\/h3>\n<p>Im Verlauf, nicht in der Summe. Beide Kurven erg\u00e4nzen sich mit ihrer gespiegelten Ausblendung an jeder Stelle zu eins: bei der linearen Kurve t und 1 \u2212 t, beim halben Sinus (1 \u2212 cos \u03c0t) \/ 2 und (1 + cos \u03c0t) \/ 2. Deshalb halten beide den Pegel bei gleichem Material und verlieren bei verschiedenem Material in der Mitte 3,01 dB.<\/p>\n<p>Der Unterschied liegt an den R\u00e4ndern. Die lineare Kurve beginnt und endet mit einem Knick, weil ihre Steigung dort schlagartig von null auf einen festen Wert springt. Der halbe Sinus beginnt und endet waagerecht und hat damit keinen Knick in der Verst\u00e4rkung. Nach der Logik der zweiten Tabelle, in der schon ein Knick der Steigung ohne Sprung des Wertes einen Klick erzeugt, ist das bei sehr kurzen Blenden der ruhigere Verlauf; bei einer Blende von einer Sekunde spielt es keine Rolle. Gemessen wurde dieser Unterschied nicht.<\/p>\n<h3>Ist das Pegelloch von 3,01 dB bei einer Blende von einer Millisekunde h\u00f6rbar?<\/h3>\n<p>Als Pegeleinbruch kaum. Das Geh\u00f6r bildet die Lautheit \u00fcber deutlich l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume als eine Millisekunde, ein so kurzes Loch f\u00e4llt deshalb nicht als leiserer Moment auf. Das deckt sich mit dem Artikel: Die Kurve ist erst bei h\u00f6rbaren \u00dcberg\u00e4ngen bewusst zu w\u00e4hlen, weil der Pegelfehler erst bei dieser L\u00e4nge ins Gewicht f\u00e4llt.<\/p>\n<h3>Woran entscheidet sich, ob zwei Seiten einer Blende als gleiches Material gelten?<\/h3>\n<p>Nicht am Namen der Spur, sondern daran, ob beide Seiten in der \u00dcberlappung Abtastwert f\u00fcr Abtastwert \u00fcbereinstimmen. Die Addition als Spannung setzt voraus, dass beide Signale phasengleich sind. Schon ein kleiner Versatz \u00e4ndert das je nach Frequenz: Bei einem angenommenen Versatz von 1 ms und gleichem Pegel liegen die beiden Seiten bei 500 Hz genau eine halbe Periode auseinander und l\u00f6schen sich dort aus, statt sich zu addieren.<\/p>\n<p>Eindeutig gleich ist Material, wenn ein Clip an einer Stelle geteilt und ohne Verschiebung wieder zusammengesetzt wird oder wenn ein periodischer Ton phasengleich fortgesetzt wird wie in der Messung. Eindeutig verschieden sind zwei St\u00fccke im Mix oder zwei Schichten eines Klangs. Alles dazwischen, etwa zwei Mikrofone an derselben Quelle, liegt beim Pegelfehler zwischen null und 3,01 dB.<\/p>\n<p>Im Zweifel entscheidet der Pegel in der Mitte der Blende: Bleibt er mit der linearen Kurve stehen, hat das Material genug gemeinsam; sackt er ein, ist die Kurve gleicher Leistung die bessere Wahl.<\/p>\n<\/div>\n<h2>Quellen<\/h2>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/www.image-line.com\/fl-studio-learning\/fl-studio-online-manual\/html\/chansettings_sampler.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Image-Line: Sampler Channel Settings<\/a>: Abschnitt \u201eDeclicking\u201c mit der Erkl\u00e4rung, dass ein Schnitt mitten in einer Schwingung landen kann, sowie den Betriebsarten \u2014 Voreinstellung \u201eOut only\u201c mit 10 ms, \u201eGeneric\u201c mit 20 ms und \u201eCrossfade\u201c mit 200 ms.<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/manual.audacityteam.org\/man\/crossfade_tracks.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Audacity: Crossfade Tracks<\/a>: \u201eConstant Gain\u201c als Voreinstellung mit dem Hinweis, dass der Pegel w\u00e4hrend der Blende leicht einbrechen kann, und \u201eConstant Power\u201c mit dem Hinweis, dass dort die Spitze steigen kann.<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/ffmpeg.org\/ffmpeg-filters.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ffmpeg: Filters Documentation<\/a>: Abschnitt zu <code>acrossfade<\/code> mit <code>curve1<\/code>, <code>curve2<\/code>, <code>duration<\/code> und <code>overlap<\/code>; die Liste der Kurven und die Voreinstellungen stammen aus der eingebauten Hilfe von ffmpeg 7.1.5.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alle 23 Blendkurven von ffmpeg gemessen: Sieben halten den Pegel, wenn links und rechts derselbe Take steht, zwei halten ihn bei verschiedenen Aufnahmen, keine h\u00e4lt beides, und die falsche Wahl kostet in beiden Richtungen 3,01 dB. Ein Schnitt genau im Nulldurchgang klickt trotzdem mit \u221237,44 dBFS, sobald dort die Steigung umschl\u00e4gt, und die n\u00f6tige Blendenl\u00e4nge h\u00e4ngt nicht davon ab, wie tief das Material klingt.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":20105,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[92863],"tags":[92903],"class_list":["post-20087","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-music-production-de","tag-music-production-de"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v28.1 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Crossfades und Schnitte: Klick am Sto\u00df, Pegelloch in der Blende und die n\u00f6tige Blendenl\u00e4nge gemessen - Lukas Wojcik - Blog<\/title>\n<meta name=\"description\" content=\"Crossfades und Schnitte gemessen: welche Blendkurve den Pegel h\u00e4lt, wie laut der Klick an jeder Schnittstelle ist und wie lang eine Blende sein muss.\" \/>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.lukaswojcik.com\/blog\/de\/music-production-de\/crossfades-schnitte-klick-stoss-pegelloch-blendenlaenge-gemessen\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"en_US\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Crossfades und Schnitte: Klick am Sto\u00df, Pegelloch in der Blende und die n\u00f6tige Blendenl\u00e4nge gemessen - 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