Drei Schreibweisen, eine Zeile
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Eine Plattform, fünf Zeilen. facebook, fb, m.facebook.com, Meta-facebook und facebook.com sind fünf verschiedene Werte der Dimension source, also fünf Zeilen im Bericht – und keiner davon ist falsch. So ist der Verweis eben hereingekommen.
Am 11. Juni 2026 hat Google eine Dimension dagegengestellt. Die Quellgruppe zieht die üblichen Schreibweisen einer Plattform zu einem Wert zusammen, ohne Eingriff am Tag und ohne Einstellung in der Verwaltung. Der Nutzen ist echt, liegt aber woanders als in der Ankündigung angedeutet: Der Kanalbericht war schon vorher richtig.

Was die Quellgruppe zusammenzieht
Googles Notiz beschreibt sie als neues Dimensionskonzept, das Quellwerte gängiger Onlineplattformen zusammenführt, und nennt Facebook, Instagram und TikTok als Beispiele. Erkannt werden darüber hinaus Pinterest, Amazon, YouTube, Google Search und Google Maps sowie ChatGPT und Perplexity. Die Zuordnungstabelle pflegt Google. Eine eigene Liste lässt sich nicht hinterlegen, und eine fremde Zuordnung lässt sich nicht abschalten.
Gebildet wird die Dimension beim Abfragen, nicht beim Erheben. Das ist der Grund für die rückwirkende Wirkung über den gesamten Zeitraum: Gespeichert bleibt m.facebook.com, die Gruppe entsteht erst beim Lesen. Ein Jahresvergleich hat deshalb an keiner Stelle einen Bruch, und das unterscheidet die Quellgruppe von so ziemlich jeder Änderung, die sonst an einer Zuordnung vorgenommen wird.
Warum der Kanalbericht schon vorher stimmte
Die naheliegende Erwartung lautet, fünf Quellzeilen bedeuteten auch fünf durcheinandergeratene Kanäle. Das war nie der Fall. Die Kanalgruppierung liest source nicht wörtlich, sondern über eine von Google gepflegte Quellkategorie. facebook und fb tragen beide SOURCE_CATEGORY_SOCIAL, und ob daraus Organic Social oder Paid Social wird, entscheidet allein das Medium.
Damit lagen schon vor dem Juni zwei von Google gepflegte Namenslisten übereinander, seither sind es drei: die Quellkategorie für den Kanal, die Quellgruppe für die Anzeige und die erhobenen Rohwerte darunter. Die drei sind nicht gegeneinander abgestimmt, weil sie verschiedene Fragen beantworten. Wer sie für dasselbe hält, sucht später den Fehler an der falschen Stelle.
Was unverändert zersplittert bleibt
Googles Liste kennt Plattformen, keine Hausschreibweisen. Alles, was aus eigenen Kampagnen stammt, bleibt genau so uneinheitlich, wie es angelegt wurde.
source-Werte einer gewöhnlichen Auswertung
facebook fb -> Facebook
m.facebook.com Meta-facebook facebook.com -> Facebook
chatgpt.com chat.openai.com -> ChatGPT
newsletter Newsletter nl -> drei Zeilen
email e-mail E-Mail -> drei Zeilen
partner-a.de Partner-A partnera -> drei Zeilen
Die obere Hälfte pflegt Google. Die untere entsteht im
eigenen Haus, und dort ändert die Quellgruppe nichts.
Die Abhilfe ist dieselbe wie vorher: eine festgelegte Schreibweise für utm_source und utm_medium, in einer Tabelle notiert und beim Anlegen jeder Kampagne nachgeschlagen. Eine Dimension, die fremde Plattformnamen aufräumt, nimmt diese Arbeit nicht ab.
Wo die neue Dimension stören kann
Eine gespeicherte Untersuchung, die auf source genau gleich facebook filtert, filtert weiterhin auf den Rohwert und lässt die übrigen vier Schreibweisen draußen. Zwei Berichte über denselben Zeitraum können jetzt also verschiedene Zeilenzahlen zeigen, ohne dass einer davon defekt wäre – der eine liest die Gruppe, der andere den Rohwert.
Der Export nach BigQuery schreibt unverändert die erhobenen Werte. Wer dort auswertet, hat die fünf Zeilen weiterhin und muss die Gruppierung selbst nachbilden. Wo Berichte aus der Oberfläche und Abfragen aus dem Export nebeneinander benutzt werden, entsteht damit eine neue Stelle, an der zwei Zahlen zu Recht auseinandergehen.
Die Ausrollung läuft schrittweise. Dass die Dimension in einem Konto vorhanden ist und in einem anderen noch nicht, ist derzeit kein Fehler, sondern der Stand.
Der Filter vom selben Tag, mit umgekehrter Wirkung
Am 11. Juni erschien eine zweite Neuerung, die sich gut daneben liest: Hostname-Filter, eine neue Art von Datenfilter in der Verwaltung, die Ereignisse anhand ihres Hostnamens ausschließt. Gedacht sind sie gegen Treffer von fremden Domains und gegen Zahlen aus der Testumgebung.
Beide Neuerungen betreffen die Sauberkeit der Daten, wirken aber zeitlich entgegengesetzt. Die Quellgruppe gilt rückwirkend für alles, was schon erhoben wurde. Ein Datenfilter wirkt ausschließlich nach vorn und lässt die Vergangenheit unangetastet. Wer beides am selben Tag einschaltet, hat ab dann eine aufgeräumte Quellenliste über den ganzen Zeitraum und einen Datenbestand, der genau ab diesem Tag anders gefiltert ist.
Was sich prüfen lässt
Drei Handgriffe genügen, um den eigenen Stand zu kennen. Erstens ein Blick in einen Bericht mit der Dimension Quellgruppe daneben: Steht sie zur Verfügung, ist die Ausrollung angekommen. Zweitens ein Abgleich der Sitzungssumme je Gruppe mit der Summe der zugehörigen Rohwerte – stimmen sie nicht überein, ist eine Schreibweise dabei, die Google nicht kennt. Drittens eine Durchsicht der gespeicherten Untersuchungen auf Filter, die auf Rohwerte zeigen.
Was danach bleibt, ist die alte Aufgabe in neuer Beleuchtung. Die Quellgruppe räumt den Teil der Liste auf, für den ohnehin niemand im Haus verantwortlich war. Der Teil, für den jemand verantwortlich ist, steht unverändert da.