Multi-WAN Failover Konfiguration mit Ubiquiti UniFi UCG-Fiber

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Multi-WAN nutzt mehrere Internetanschlüsse. Failover wechselt nach einem erkannten Fehler auf einen Ersatzanschluss; Lastverteilung verteilt neue Verbindungen auf mehrere Leitungen. Beide Verfahren garantieren weder 100 Prozent Verfügbarkeit noch unterbrechungsfreie Gespräche. Gemeinsames Gateway, Stromversorgung oder Kabelwege bleiben mögliche Ausfallpunkte.
Beispiel: Glasfaser, Satellit und Mobilfunk
Das Beispiel priorisiert Toya-Glasfaser, danach Starlink und schließlich einen ZTE-5G-Anschluss. Tatsächliche Latenz, Datenrate und Unabhängigkeit benötigen Messungen am Einsatzort. Starlink verringert die Abhängigkeit von der lokalen Anschlussleitung, braucht aber weiterhin Strom, freie Sicht zum Himmel und ein funktionierendes Providernetz.

Hardware und Provideranforderungen
Das UCG-Fiber unterstützt mehrere WAN-Ports; die aktuelle Spezifikation nennt maximal sechs. Für drei Anschlüsse sind passende Portzuweisungen und ausreichend verbleibende LAN-Verbindungen erforderlich. Ein Glasfasertarif bedeutet nicht, dass ein beliebiges SFP-Modul das Provider-ONT ersetzen kann: Optik, Anmeldung und Providereinstellungen müssen zusammenpassen.
Bridge-Modus oder IP-Passthrough können eine zusätzliche lokale NAT-Schicht vermeiden, sind aber nicht für jede ausgehende Anwendung erforderlich. Beide Verfahren erzeugen keine öffentliche IPv4-Adresse und entfernen kein CGNAT beim Provider. Eingehende Dienste benötigen eine eigene Adress- und Firewallplanung.
- Starlink: Router 3 besitzt Ethernet-LAN-Ports und unterstützt den Bypass-Modus. Das konkrete Kit bestimmt Verkabelung und Adapterbedarf; bei Performance-Kits kann der Fremdrouter stattdessen am Netzteil angeschlossen werden. Bypass verändert nicht die IP-Regelung des Tarifs.
- ZTE MC889: eine Außeneinheit mit PoE-Ethernet. Die Verfügbarkeit von Bridge-Modus oder Passthrough muss anhand der tatsächlichen Firmware und Betreiberunterlagen geprüft werden. Maßgeblich sind der freigegebene Injektor und die vorgeschriebene Verkabelung; die Bezeichnung PoE allein belegt keine Kompatibilität mit einem bestimmten Switch.
Außenmontage und elektrischer Schutz
Eine Dachmontage benötigt ein zum Gebäude und zu den örtlichen Regeln passendes Schutzkonzept. Eine Elektro- oder Blitzschutzfachkraft legt Erdung, Potentialausgleich, Trennungsabstände, Leitungsführung und Positionen des Überspannungsschutzes fest. Eine pauschale Anweisung, jeden Mast direkt mit 16 mm² Kupfer anzuschließen, reicht dafür nicht aus.
Die Eignung von Außenkabeln umfasst UV-Belastung, Feuchtigkeit, Schirmung und die Montagevorgaben des Geräteherstellers. Ein Ableiter erst im Keller-Rack ersetzt kein vollständiges Schutzkonzept am Gebäudeeintritt. PoE-Verträglichkeit und Potentialausgleich der Schutzgeräte gehören ebenfalls zur Prüfung. Überspannungsschutz garantiert keine Unversehrtheit bei einem direkten Blitzeinschlag.
Konfiguration und Abnahme
- Unter Settings > Internet erhält jeder Provideranschluss einen WAN-Port sowie die erforderlichen DHCP-, Festadress-, VLAN- oder PPPoE-Einstellungen.
- Failover verwendet eine festgelegte Reihenfolge: Glasfaser, Starlink, Mobilfunk. Lastverteilung ist eine eigene Entscheidung und kann schon im Normalbetrieb begrenztes Backup-Datenvolumen verbrauchen.
- Zustandsprüfungen bewerten den nutzbaren Weg jenseits des Modems. Die dokumentierte Auto-Regel kombiniert Ping- und DNS-Proben; eigene SLA-Schwellen können Paketverlust, Latenz und Jitter berücksichtigen. Menübezeichnungen hängen von der installierten Network-Version ab.
- Ein Test im Wartungsfenster umfasst Ausfall und Wiederkehr jeder Leitung, echten Anwendungsverkehr, DNS, VPN-Wiederaufbau und Datenverbrauch. Die Überwachung der Ersatzleitung allein belegt noch keinen funktionierenden Gesamtwechsel.
Gewichte bei der Lastverteilung verteilen neue Verbindungen, bündeln aber nicht sämtliche Anschlüsse zu einem schnelleren einzelnen Download. Eine Verbindung bleibt normalerweise auf dem gewählten WAN. Failover kann die öffentliche Adresse ändern und bestehende Sitzungen unterbrechen; die Wiederaufnahme der Anwendungen gehört deshalb in den Test.
Ausgewählten Verkehr zuordnen
Policy-Based Routing kann ein Gerät oder VLAN einem WAN zuweisen. Beispielsweise läuft Gastverkehr über Starlink und Sicherungsverkehr über Glasfaser. Ein aktiver Kill Switch stoppt passenden Verkehr bei Ausfall des gewählten Wegs; ohne diese Einstellung bestimmen die übrigen Routingregeln den Ersatzweg. Eine unterbrochene Sicherung kann fehlschlagen oder einen Neustart benötigen, statt sauber zu pausieren.
Für Network 9.4 lautet der dokumentierte Menüweg Settings > Policy Table > Create New Policy > Route. Domainregeln setzen die Nutzung des Gateways als DNS-Server voraus. Ein reserviertes WAN erhält nach Ubiquitis Anleitung die Rolle Failover oder Backup und bleibt außerhalb der aktiven Lastverteilung.
Fragen und Antworten
Erkennen Zustandsprüfungen eine langsame Leitung?
Schwellen für Latenz, Jitter und Paketverlust können Verschlechterungen vor einem Totalausfall erkennen. Antworten auf kleine Prüfpakete messen jedoch keine verfügbare Downloadkapazität; erfolgreiche Proben können mit schlechtem Anwendungsdurchsatz zusammenfallen.
Warum kann eine nutzbare Leitung als ausgefallen gelten?
Ein Prüfziel oder dessen Route kann ausfallen, während andere Ziele erreichbar bleiben. Unterschiedliche Ziele, passende Schwellen und ein sinnvoller Auswertungszeitraum begrenzen Fehlalarme, ersetzen aber keine Diagnose.
Bleiben alle VPNs und Gespräche erhalten?
Nein. Anwendung, Protokoll und Wechsel der externen Adresse bestimmen die Wiederaufnahme. Der Abnahmetest muss die tatsächlich genutzten Dienste sowie Ausfallwechsel und Rückkehr zur bevorzugten Leitung erfassen.