Tutorial: Implementierung von Custom Dimensions in Matomo

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Custom Dimensions (benutzerdefinierte Dimensionen) in Matomo erfassen spezifische Attribute, die über die Standardmetriken hinausgehen. Durch die Definition einzigartiger Parameter lässt sich die Datenbasis flexibel segmentieren, etwa nach Inhaltskategorien, Mitgliedschaftsstatus oder Autoren. Die folgende Anleitung beschreibt den gesamten Implementierungsprozess.
Schritt 1: Definition der Dimensionen im Admin-Panel
Die Konfiguration erfolgt im Matomo-Dashboard. Der Weg führt über das Menü Verwaltung (Zahnrad-Symbol) in den Bereich Benutzerdefinierte Dimensionen. Dort wird eine neue Dimension angelegt, ein Name vergeben und der entsprechende Gültigkeitsbereich (Scope) ausgewählt:

- Aktions-Gültigkeitsbereich (Action Scope): Daten werden für spezifische Interaktionen (z. B. Seitenaufrufe) erfasst.
- Besuchs-Gültigkeitsbereich (Visit Scope): Daten werden für die gesamte Dauer der Nutzersitzung erfasst.
Nach dem Speichern wird eine Index-ID generiert, die als eindeutiger Bezeichner im Tracking-Code dient.
Schritt 2: Technische Implementierung
Für die Implementierung müssen die benutzerdefinierten Daten an Matomo übermittelt werden, bevor das trackPageView-Ereignis ausgelöst wird. Hierfür wird die Methode setCustomDimension verwendet.
// Beispiel: Setzen einer Dimension mit Index-ID 1
_paq.push(['setCustomDimension', 1, 'Premium-Nutzer']);
_paq.push(['trackPageView']);
Im Matomo Tag Manager wird hierfür ein entsprechendes Tag oder eine benutzerdefinierte HTML-Variable verwendet, um den Wert basierend auf definierten Trigger-Bedingungen in das _paq-Array zu übertragen.
Schritt 3: Datenanalyse und Verwendung
Sobald die Datenerfassung aktiv ist, stehen die Custom Dimensions in Standardberichten als Sekundärdimension oder als Filter in Benutzerdefinierten Berichten zur Verfügung. Dies ermöglicht eine detaillierte Segmentierung, etwa den Vergleich von Conversion-Raten zwischen verschiedenen Mitgliedschaftsleveln.
Beispieldaten: Mitgliedschaftsstatus (Besuchs-Gültigkeitsbereich)
| Mitgliedschafts-Level | Seitenaufrufe | Durchschn. Sitzungsdauer |
|---|---|---|
| Premium | 12.450 | 04:30 |
| Standard | 85.200 | 01:15 |
2 Kommentare
Der Hinweis, dass der Index aus der Oberfläche im Tracking-Code wieder auftaucht, ist die Stelle, an der ich beim ersten Versuch falsch abgebogen bin.
Eine Frage vor dem Anlegen: Lässt sich der Bereich — Aktion oder Besuch — nachträglich noch ändern, wenn sich herausstellt, dass die Wahl unglücklich war?
Nicht sinnvoll. Der Bereich gehört zur Definition, und die vorhandenen Daten wurden unter der anderen Annahme geschrieben — eine Umstellung würde die Historie uneinheitlich machen, ohne dass später jemand sähe, ab wann.
Der gangbare Weg ist eine zweite Dimension mit dem richtigen Bereich, ein Vermerk zum Startdatum und die alte, die für die Historie stehenbleibt. Kostet einen Index, und davon gibt es genug.
Deshalb lohnt die Minute vorher: Alles, was sich innerhalb einer Sitzung ändern kann — Suchbegriff, Formularschritt, Artikelkategorie —, gehört in den Aktionsbereich. Alles, was für die gesamte Sitzung gilt — Abostufe, Testgruppe, Kundensegment —, gehört in den Besuchsbereich. Die Faustregel dazu ist einfach: Wenn zwei verschiedene Werte innerhalb einer Sitzung denkbar sind und beide interessieren, ist es Aktion.