GA4-Hostname-Filter Include: Positivliste, leere Hostnamen gesperrt, Measurement Protocol ausgenommen

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Seit dem 21. September 2026 hat der Hostname-Filter in GA4 einen zweiten Modus. Bis dahin ließ sich nur ausschließen: Der Filter vom 11. Juni 2026 verwarf Ereignisse, deren Hostname in einer Liste stand. Der neue Include-Modus dreht die Richtung um. Die Liste nennt jetzt die erlaubten Domains, und jedes Ereignis mit einem anderen Hostnamen wird verworfen.
Google beschreibt den Nutzen als geringeren Pflegeaufwand. Wer Spam und Testsysteme einzeln ausschließt, muss jede neue fremde Domain nachtragen; eine Positivliste braucht nur die eigenen Domains. Der Preis ist ein anderes Risiko: Eine fehlende Domain kostet echten Verkehr, und ein verworfenes Ereignis ist endgültig fort.
Was die Versionsnotiz festlegt
Die Notiz vom 21. September und die Hilfeseite zu Datenfiltern in Analytics nennen fünf Regeln.
- Positivliste. Ereignisse, deren Hostname nicht auf der Liste steht, werden verworfen.
- Leere Hostnamen. Ein Include-Filter blockiert Ereignisse ohne Hostnamen automatisch. Googles Begründung: Ein fehlender Hostname deutet meist auf Spam oder ungewöhnlichen Verkehr hin; als Beispiel wird gtag.js-Verkehr genannt.
- Measurement Protocol. Include-Filter werden auf Ereignisse aus dem Measurement Protocol nicht angewendet; diese Daten bleiben unblockiert.
- Reihenfolge. Alle aktiven Include-Filter werden vereinigt und als Gruppe zuerst angewendet, danach nacheinander die aktiven Exclude-Filter.
- Endgültig und nur nach vorn. Ein Datenfilter wird ab dem Zeitpunkt seiner Erstellung ausgewertet und berührt keine historischen Daten. Was er verwirft, wird nie verarbeitet und ist in GA4 und BigQuery nie verfügbar.
Was das in der Praxis bedeutet
Der Weg des Geisterspams bleibt offen. Geisterspam entsteht, wenn jemand eine Messkennung aus dem Quelltext abliest und Treffer unmittelbar an die Sammelstelle sendet, meist über das Measurement Protocol; den Hostnamen setzt dann der Absender. Genau diesen Weg überspringen Include-Filter. Eine Positivliste hält Verkehr von falschen Hostnamen im Browser fern – Testsysteme, Klone der Seite, Proxys, die das Tag mitführen –, aber nicht zwingend den Spam, um den es bei Hostname-Filtern meist geht. Die Versionsnotiz nennt die Ausnahme nur für Include-Filter; wie sich ein Exclude-Filter dort verhält, ist nicht beschrieben.
Jede genutzte Domain gehört auf die Liste. Nicht nur die Hauptdomain, sondern auch Subdomains für Shop, Blog oder Landingpages, Checkout- und Buchungsdienste, die unter fremder Domain mit derselben Messkennung laufen, sowie Domains, die per Cross-Domain-Messung verbunden sind. Fehlt eine davon, verschwinden ihre Ereignisse ohne Meldung. Bei einem Checkout auf einer Partnerdomain sind das die Käufe.
Leere Hostnamen sind mit der Notiz nicht geklärt. Die Klammer in Googles Satz lässt offen, ob gewöhnliche gtag.js-Ereignisse einen Hostnamen tragen oder nur bestimmte fehlerhafte keinen. Ob reguläre Seitenaufrufe überhaupt je ohne Hostnamen ankommen, sagt die Notiz nicht; der Testmodus zeigt es an den eigenen Daten der Property.
Was die Notiz offenlässt
Zwei Punkte sind nicht beschrieben, und beide entscheiden darüber, ob eine Liste wie gedacht arbeitet.
- Übereinstimmung. Googles Anleitung nennt die Optionen „Exactly matches“ und „Contains“. Ob ein Listeneintrag
example.comauchwww.example.comzulässt, ist nicht beschrieben. Bei „Contains“ genügt ein Teilstring, sodass ein Hostname wieexample.com.other.exampleeine Liste mitexample.compassieren würde; bei „Exactly matches“ braucht jede Schreibweise einen eigenen Eintrag. - Kombination. Die Hilfeseite legt die Reihenfolge fest, doch die Notiz sagt nicht, ob ein Include- und ein Exclude-Filter für Hostnamen in einer Property nebeneinander bestehen können, und auch nicht, wie sich Filter bei App-Datenstreams verhalten.
Eine Reihenfolge, die eine Löschung erspart
Include-Filter: Schritte vor dem Scharfstellen
1 Bericht mit der Dimension Hostname öffnen und alle Werte
der letzten 90 Tage auflisten
2 jeden Namen zuordnen: eigene Domain, Partner oder Checkout,
Testsystem, fremd
3 aus den ersten beiden Gruppen die Liste der erlaubten
Hostnamen bilden
4 Filter im Testmodus anlegen und 24 bis 36 Stunden laufen
lassen
5 in einer freien Auswertung Test data filter name, Event name
und Event count nach Hostname ansehen
6 erst danach scharf stellen und den Tag notieren
Schritt 5 ist die Kontrolle: Steht unter den Ereignissen, die
der Filter entfernen würde, ein Umsatzereignis wie purchase,
fehlt eine Domain in der Liste.Include oder Exclude
| Aspekt | Exclude | Include |
|---|---|---|
| Die Liste enthält | unerwünschte Hostnamen | erlaubte Hostnamen |
| Neue fremde Domain | bleibt im Bestand, bis sie nachgetragen ist | wird automatisch verworfen |
| Neue eigene Domain | ohne Wirkung | wird verworfen, bis sie eingetragen ist |
| Leerer Hostname | nicht beschrieben | automatisch gesperrt |
| Measurement Protocol | Ausnahme in der Notiz nicht genannt | ausgenommen |
| Folge eines Fehlers | zu wenig entfernt: Daten bleiben verunreinigt | zu viel entfernt: echte Daten endgültig fort |
Einordnung
Include eignet sich für eine Property mit wenigen, festen Domains, bei der jeder Host bekannt ist und neue selten vorkommen. Bei vielen wechselnden Domains – Kampagnenseiten, Partnersysteme, Agenturen – wird die Liste selbst zur Fehlerquelle, weil jede Ergänzung davon abhängt, dass jemand daran denkt. In jedem Fall ersetzt der Filter nicht den Blick darauf, woher Treffer aus dem Measurement Protocol stammen, denn dieser Weg bleibt außerhalb.
Dieser Artikel beruht auf Googles Dokumentation und Versionsnotizen, nicht auf einer Messung an einer eigenen Property. Wo die Dokumentation schweigt, ist das benannt; der Testmodus ist der Weg, diese Fragen an echten Daten zu klären, bevor etwas gelöscht wird.
Fragen und Antworten
Muss die Subdomain eines Servercontainers auf die Liste der erlaubten Hostnamen?
In der Regel nicht. Der Hostname eines Ereignisses stammt aus der Seitenadresse, die der Treffer mitführt (page_location, in der Anfrage dl), nicht aus der Adresse, an die er geschickt wird. Ein Treffer von www.example.com, der über sgtm.example.com läuft, trägt weiterhin www.example.com, solange der Servercontainer die Seitenadresse unverändert weitergibt.
Heikel sind Ereignisse ohne Seitenadresse. Ein Kauf, den das Backend nach der Bestellbestätigung über den Servercontainer sendet, entsteht ohne Browser und trägt oft kein dl; er käme ohne Hostnamen an und fiele unter die automatische Sperre leerer Hostnamen. Auf die Ausnahme für das Measurement Protocol ist dabei kein Verlass: Der Servercontainer leitet solche Ereignisse über sein GA4-Tag weiter, und ob GA4 sie dann als Measurement Protocol behandelt, beschreibt die Notiz nicht.
Am sichersten erhält das Backend-Ereignis die Adresse der Bestätigungsseite als page_location. Ob solche Käufe betroffen sind, zeigt Schritt 5 der Liste im Artikel: Steht purchase unter den Ereignissen, die der Filter entfernen würde, und ist der Hostname dort leer, ist es genau dieser Weg.
Ersetzt die Liste unerwünschter Verweise einen Hostname-Filter?
Nein, die beiden regeln Verschiedenes. Die Liste unerwünschter Verweise in den Einstellungen des Datenstreams verwirft nichts; sie verhindert nur, dass eine Domain als Verweisquelle zählt, etwa ein Zahlungsdienst, von dem Käufer zur Bestätigungsseite zurückkehren. Der Include-Filter entscheidet dagegen über den Hostnamen des Ereignisses selbst und verwirft endgültig.
Daraus folgt eine einfache Zuordnung. Ein Zahlungsdienst, auf dem das Tag nicht läuft, gehört in die Liste unerwünschter Verweise, nicht auf die Positivliste. Auf die Positivliste gehört er nur, wenn dort Ereignisse mit derselben Messkennung entstehen, wie es der Artikel für Checkout- und Buchungsdienste unter fremder Domain beschreibt.
Werden Aufrufe aus der lokalen Entwicklung und von Testsystemen ebenfalls verworfen?
Ja, sofern localhost oder der Testhost nicht auf der Liste steht, und das ist meist erwünscht. Wer Testsysteme messen will, gibt ihnen besser eine eigene Property mit eigener Messkennung, statt ihre Hostnamen in die Liste der Produktions-Property aufzunehmen; sonst mischen sich die Testdaten wieder unter die echten Zahlen.