Stripe, Paddle oder Lemon Squeezy: Was bleibt von einem kleinen SaaS-Abo übrig?

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Gebührenprozente allein lassen sich schlecht vergleichen, wenn die Anbieter unterschiedliche Leistungen übernehmen. Ein Zahlungsabwickler kümmert sich um die Zahlung. Ein Merchant of Record übernimmt für die betreffende Transaktion zusätzliche Verkäuferaufgaben, soweit sein Vertrag sie abdeckt. Den Produktbetrieb und die eigenen Unternehmenspflichten musst Du weiterhin berücksichtigen.

Vier Produkte statt drei Markennamen
Stripe ist nicht mehr pauschal nur Zahlungsabwicklung: Managed Payments wird als Merchant-of-Record-Produkt angeboten. Deshalb müssen Standard-Payments und Managed Payments getrennt gegen Paddle und Lemon Squeezy stehen. Produktzulassung, Länder, Vertrag und tatsächliche Verfügbarkeit sind vor einer Entscheidung für das eigene Unternehmen zu prüfen. [2]
| Produkt | Öffentliche Preisbasis am 05.10.2026 | Vergleichsgrenze |
|---|---|---|
| Stripe Payments, Deutschland | 1,5 % + 0,25 € für Standardkarten aus dem EWR | Kein universeller Kartenpreis; Billing und weitere Leistungen separat |
| Stripe Managed Payments | Zusätzlich 3,5 % zur Zahlungsabwicklung | Weitere Produkte können separat kosten |
| Paddle | 5 % + 0,50 US-Dollar pro Checkout-Transaktion | Vertrag und Sonderkonditionen prüfen |
| Lemon Squeezy | Basis 5 % + 0,50 US-Dollar | Zusatzgebühren etwa für Abos, internationale Zahlungen und PayPal prüfen |
Die Angaben stammen aus den Preis- und Gebührenseiten und bilden keine gleichwertigen Endpreise für denselben Käufer ab. Euro und US-Dollar werden hier nicht ohne Wechselkurs zusammengeworfen. [1, 2, 3, 4, 5]
Der fixe Betrag trifft kleine Verkäufe
Ein vereinfachter Checkout von 20 US-Dollar ergibt bei 5 % plus 0,50 US-Dollar eine Basisgebühr von 1,50 US-Dollar, also 7,5 %. Bei 100 US-Dollar sind es 5,50 US-Dollar, also 5,5 %. Das ist reine Basisarithmetik ohne Steuer, Umrechnung, Zusatzgebühren oder Erstattung. Eine reale Aborechnung kann anders ausfallen.
Was in die vollständige Rechnung gehört
Vergleiche die Anbieter anhand derselben Kundenfälle: mit denselben Zahlungsmitteln, Käuferländern, Währungen, Abotypen und Erstattungen. Die Gebühren können sich auf einen anderen Betrag beziehen als auf den gewünschten Nettoerlös. Berücksichtige auch Auszahlungszeitpunkt, Reserven, Rückbuchungen und Gebühren bei Rückerstattung. Maßgeblich sind die Angaben aus dem konkreten Angebot und Vertrag.
Die eigene Arbeitszeit zählt: Rechnungsfragen, Datenabgleich und Betreuung. Zugleich bleibt technischer Produktsupport beim SaaS-Anbieter, auch wenn ein MoR transaktionsbezogene Käuferfragen behandelt. Ein niedrigerer Zahlungsprozentsatz allein belegt deshalb keinen günstigeren Gesamtbetrieb.
Vor dem Wechsel
Ein Testmodus prüft Abschluss, Verlängerung, Kündigung, fehlgeschlagene Zahlung und Erstattung. Berechtigungen dürfen erst nach geprüften Zahlungsereignissen wechseln. Doppelte Webhooks müssen dieselbe Wirkung behalten. Ein Exitplan klärt Datenexport und die Behandlung bestehender Abos; Zahlungsmittel sind nicht beliebig zwischen Diensten übertragbar.
Der passende Anbieter ergibt sich aus einer gleichen Fallliste und dem benötigten Leistungsumfang. Eine pauschale Rangliste ohne diese Grundlagen ist für ein kleines SaaS wenig brauchbar.
Passende Werkzeuge
Fragen und Antworten
Ist Stripe grundsätzlich kein Merchant of Record?
Diese Aussage wäre veraltet. Standard-Payments und Managed Payments sind getrennte Produkte.
Sind 5 % plus 0,50 US-Dollar der volle Abopreis?
Nicht automatisch. Zusatzgebühren, Berechnungsbasis und konkrete Konditionen müssen berücksichtigt werden.
Quellen
- Stripe Germany: Pricing
- Stripe Managed Payments
- Paddle: Pricing
- Lemon Squeezy: Pricing
- Lemon Squeezy: Fees
Quellen geprüft: 5. Oktober 2026.