Tutorial: Konfiguration von Geolocation-Regeln in Usercentrics

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Die Anpassung von Consent-Bannern an regionale Datenschutzgesetze ist eine grundlegende Anforderung für global agierende Websites. Während die Europäische Union unter der DSGVO strenge Opt-in-Regeln vorschreibt, erlauben andere Regionen oft Opt-out-Modelle oder rein informative Hinweise, was die Reibungsverluste für Nutzer erheblich reduziert. Diese Anleitung erklärt, wie Geolocation-Regeln unter Verwendung verschiedener Settings IDs in Usercentrics korrekt konfiguriert werden.
Schritt 1: Erstellung der Settings IDs
Die Implementierung erfordert mindestens zwei separate Konfigurationen innerhalb der Usercentrics-Plattform. Eine Konfiguration fungiert als primäres Profil (z. B. für die DSGVO-Region), während eine zweite Konfiguration als alternatives Profil (z. B. für den Rest der Welt) angelegt wird.

- Primäre Settings ID: Ausgelegt auf strenge Compliance (EU/EWR).
- Alternative Settings ID: Ausgelegt auf Regionen mit geringeren Restriktionen.
Schritt 2: Konfiguration des DSGVO-Profils
Das DSGVO-Profil erfordert ein explizites „Opt-in“-Setup. In der Admin-Oberfläche dieser spezifischen Settings ID müssen alle Datenverarbeitungsdienste (wie Google Analytics oder Meta Pixel) so eingestellt werden, dass eine ausdrückliche Zustimmung erforderlich ist, bevor Tracking-Skripte aktiviert werden. Das Banner muss klare Optionen für „Akzeptieren“ und „Ablehnen“ bieten.
Schritt 3: Konfiguration des Rest of World (RoW)-Profils
Für die alternative Settings ID wird eine lockerere Konfiguration angewendet. Abhängig von internen rechtlichen Vorgaben kann ein „Opt-out“-Modell gewählt werden. In diesem Setup sind Dienste standardmäßig aktiviert, und das Banner informiert lediglich über das Tracking, wobei ein Link zu den Datenschutzeinstellungen bereitgestellt wird, um das Tracking zu deaktivieren. Alternativ kann die Banner-Anzeige für bestimmte Regionen vollständig deaktiviert werden.
Schritt 4: Geolocation-Zuweisung in der Admin-Oberfläche
Sobald beide Konfigurationen bereitstehen, muss das geografische Routing etabliert werden. Dies stellt sicher, dass basierend auf der IP-Adresse des Besuchers das korrekte Banner ausgespielt wird.
- Die Navigation erfolgt zum Menüpunkt Configuration und anschließend zum Reiter Geolocation Rules.
- Die primäre Settings ID (DSGVO) ist mit dem Hauptskript der Website verknüpft.
- Eine neue Geolocation-Regel wird erstellt.
- Die alternative Settings ID wird aus dem Dropdown-Menü ausgewählt.
- Die Zielregionen werden zugewiesen. Für ein „Rest der Welt“-Setup ist es äußerst effizient, das DSGVO-Profil als Standard für EU/EWR-Länder zu definieren und alle außereuropäischen Länder (z. B. USA, Kanada, Australien, Asien) der alternativen Settings ID zuzuweisen.
Schritt 5: Test und Verifizierung
Eine Überprüfung ist unerlässlich, um sicherzustellen, dass die korrekte Logik angewendet wird. Für diesen Schritt ist eine VPN-Verbindung notwendig. Die Website wird zunächst mit einer europäischen IP-Adresse aufgerufen (um das strenge Opt-in-Banner zu prüfen) und anschließend mit einer IP-Adresse aus den USA oder Asien (um das Opt-out-Banner oder das Fehlen des Banners zu verifizieren). Der Browser-Cache muss zwischen den Tests geleert werden.
2 Kommentare
Zwei getrennte Konfigurationen statt einer mit Ausnahmen — das ist die Variante, die auch nach einem Jahr noch nachvolziehbar ist.
Eine Frage zum Randfall: Was passiert mit Besuchern, deren Land sich nicht bestimmen lässt? Bei uns kommt ein spürbarer Anteil über Unternehmensnetze mit Ausgängen in mehreren Ländern.
Dann greift die Vorgabe-Konfiguration — und genau deshalb gehört die strengere dorthin, nicht die lockerere.
Ein nicht zuzuordnender Anschluss bekommt so das Opt-in-Banner. Das kostet ein paar Prozent Reichweite bei Besuchern, die vielleicht gar nicht darunter fallen würden, und es ist die Seite, auf der ein Irrtum billig bleibt. Die umgekehrte Voreinstellung spart dieselben Prozente und verlagert das Risiko auf genau die Fälle, die im Test nie auftauchen, weil ein Test immer ein zuzuordnendes Land hat.
Zwei Dinge lohnen sich daneben: den Anteil der nicht zugeordneten Aufrufe überhaupt zu messen, weil er die Grösse der Frage beziffert, und die Zuordnung nicht am Banner abzulesen, sondern am Feld, das die Plattform selbst zurückgibt. Ein Banner ist ein Ergebnis; das Feld ist die Eingabe, aus der es entstanden ist.