USV für Raspberry Pi: fünf Lösungen und Auswahlkriterien
Teil 2 von 7 der Reihe Homelab auf dem Raspberry Pi

Inhalt
Eine USV überbrückt einen Stromausfall und kann Zeit für ein geordnetes Herunterfahren schaffen. Für den zuverlässigen Betrieb zählt das gesamte System: Netzteil, USV, Akkus, Kühlung, angeschlossene Geräte und Abschaltsoftware. Ein Akku allein garantiert keine Datenintegrität und ersetzt keine Sicherung.
Dieser Vergleich beschreibt fünf Produkte anhand der Herstellerdokumentation. Vergleichende Last- oder Laufzeitmessungen liegen für diesen Artikel nicht vor; die Reihenfolge ist keine Rangliste. Auch die Kompatibilität unterscheidet sich: Mehrere der folgenden Platinen sind ausdrücklich für den Raspberry Pi 5 ausgelegt.

Leistungsbedarf vor der Produktauswahl
Raspberry Pi empfiehlt für den Pi 4 ein 3-A-Netzteil und für den Pi 5 das 27-W-Netzteil. Der Pi 5 kann mit einer geeigneten Versorgung bei 5 V/3 A arbeiten; das Strombudget für USB-Geräte ist dann normalerweise auf 600 mA statt 1,6 A begrenzt. Die Angabe 5 A bezeichnet den verfügbaren Strom, keinen dauerhaften Verbrauch. SSDs und weiteres Zubehör müssen in das jeweilige Leistungsbudget passen.
Bei einer USV zählt die dauerhafte Ausgangsleistung bei der benötigten Spannung, auch im Akkubetrieb. Eine hohe Ladeleistung belegt keinen bestimmten Ausgangsstrom. Bei Versorgung über GPIO sind außerdem die Einstellungen der jeweiligen Platine maßgeblich; die USB-C-Leistungserkennung lässt sich nicht einfach auf einen HAT übertragen.
Fünf Produkte mit unterschiedlichen Einbauanforderungen
Argon PWR 27W UPS
Argon nennt 5 V/5 A am USB-C-Ausgang, integrierte Li-Ion-Akkus mit 5.000 oder 10.000 mAh und eine USB-Datenverbindung für Statusinformationen. Das Produkt unterstützt Pi 4 und Pi 5; der volle Funktionsumfang hängt vom passenden Argon-Gehäuse ab. Der Produktname 27W bedeutet nicht, dass bei 5 V/5 A eine Leistung von 27 W bereitsteht.
Waveshare UPS HAT (B)
Waveshare spezifiziert bis zu 5 V/5 A, zwei separat erhältliche 18650-Zellen, ein 8,4-V-Ladegerät und Akkuüberwachung per I2C. Federkontakte versorgen den Pi. Die aktuelle Auswahlübersicht nennt auch den Pi 5, während ältere Dokumentation frühere Platinen aufführt. Vor dem Kauf sind daher die genaue Revision, Kontaktpositionen und Einbauabstände zu prüfen.
Waveshare UPS HAT (E)
Dieses Modell nutzt vier separat erhältliche 21700-Zellen und bietet laut Spezifikation 5 V/6 A. Der USB-C-Schnellladeanschluss unterstützt bis zu 40 W; diese Angabe ist vom 5-V-Ausgang zu unterscheiden. Statuswerte stehen über I2C bereit. Ein geeignetes Ladegerät muss auch den gleichzeitigen Betrieb und das Laden der Akkus unterstützen.
Geekworm X1208
Der X1208 verbindet eine Pi-5-USV mit einem NVMe-Steckplatz. Genannt werden maximal 5,1 V/5 A und eine ungeschützte 21700-Zelle mit höchstens 70,3 mm Länge. Der PCIe-Anschluss ist durch den Speicher belegt. Automatisches Herunterfahren setzt die dokumentierte Hardware- und Softwareeinrichtung voraus; der Akkubetrieb unter Höchstlast bleibt zu prüfen.
DFRobot FIT0992
FIT0992 ist eine Pi-5-USV mit vier 18650-Plätzen und 6–18 V Gleichspannung am Eingang. Das Wiki nennt 5 V ±5 % bei maximal 5 A; einzelne Produktbezeichnungen nennen 5,1 V. Maßgeblich ist die Dokumentation der konkreten Revision. Ausfallerkennung und programmierbares Herunterfahren sind vorgesehen und benötigen Softwarekonfiguration.
Auswahl in der Praxis
Eine USB-C-USV lässt mehr Freiheit für andere Erweiterungsplatinen. Ein HAT kann Überwachung und Stromsteuerung integrieren, benötigt aber Platz neben GPIO-Leiste, Kühlung und Speicherhardware. Keine Bauform gewinnt grundsätzlich. Sinnvolle Abnahmeprüfungen sind ein Netzausfall bei typischer Spitzenlast, das Herunterfahren mit teilweise entladenem Akku und die Netzrückkehr während des Abschaltens. Ein Wartungsfenster und entbehrliche Testdaten begrenzen die Folgen eines fehlgeschlagenen Versuchs.
Fragen und Antworten
Schaltet I2C-Überwachung das System automatisch ab?
Nein. Messwerte benötigen einen eingerichteten Dienst oder eine unterstützte Herstellersteuerung, die das Herunterfahren auslöst. Der Dienst muss nach dem Start anlaufen und nach Fehlern wieder verfügbar sein. Eine allgemeine Ladeschwelle wie zwei Prozent eignet sich nicht: Abschaltdauer und Restlaufzeit hängen von System, Akkuzustand und Last ab.
Welche Akkudaten sind entscheidend?
Zellformat, Abmessungen, Chemie, zulässige Schutzbeschaltung und Dauerentladestrom müssen zum Platinenhandbuch passen. Kapazitäten in mAh lassen sich bei Akkupacks mit unterschiedlicher Spannung nicht direkt vergleichen. Aussagekräftiger sind Energie in Wh und gemessene Laufzeit unter der vorgesehenen Last. Falsche Polung oder ungeeignete Zellen können die Platine beschädigen und einen Brand verursachen; für den Aufbau gelten die Akkuhinweise des Herstellers.
Homelab auf dem Raspberry Pi
- Raspberry Pi 4 und 5: Vom SSD-Laufwerk booten über den Bootloader
- USV für Raspberry Pi: fünf Lösungen und Auswahlkriterien
- Lokales CI/CD für den Raspberry Pi: Automatisierung von Docker-Compose-Deployments
- Docker-Compose-Heimserver: Traefik, TLS und Update-Prüfung
- Jellyfin auf Raspberry Pi 5: Direct Play und Grenzen der Transkodierung
- Raspberry Pi als gehärtetes WireGuard-VPN-Gateway mit Split-Tunneling
- Raspberry Pi mit Prometheus und Grafana überwachen