SPF, DKIM und DMARC: Prüfungen, Richtlinien und Grenzen

Management Summary
E-Mail-Prüfverfahren helfen, die eigene Absenderdomain vor Missbrauch zu schützen. SPF kontrolliert erlaubte Versandquellen, DKIM eine digitale Signatur und DMARC deren Verbindung zur sichtbaren Absenderdomain. Vor strengeren Ablehnungsregeln stehen ein vollständiges Verzeichnis aller Versanddienste und Tests echter Nachrichten, auch auf seltenen Versandwegen. Eine bestandene Prüfung bestätigt keinen ungefährlichen Inhalt. Über Zustellung oder Ablehnung entscheidet weiterhin das empfangende System.
Inhalt
Die sichtbare Absenderadresse einer E-Mail lässt sich fälschen. SPF, DKIM und DMARC helfen beim Prüfen der verwendeten Domains. Eine erfolgreiche Prüfung beweist jedoch weder einen ungefährlichen Inhalt noch die Identität einer bestimmten Person.
SPF prüft die Versandberechtigung einer IP-Adresse, DKIM eine digitale Signatur und DMARC zusätzlich die Zuordnung zur sichtbaren Absenderdomain. Über Annahme, Spamordner oder Ablehnung entscheidet das empfangende System. Auch ohne DMARC kann beispielsweise ein SPF-Fail zur Ablehnung führen.

SPF: Passt die sendende IP-Adresse zur Umschlagdomain?
Beim SMTP-Versand gibt es eine technische Umschlagadresse (MAIL FROM) und die sichtbare Absenderzeile (From). SPF prüft normalerweise die Domain der Umschlagadresse; bei leerem Umschlagabsender dient die HELO-Domain als Grundlage. Ein SPF-Pass allein bestätigt deshalb nicht die sichtbare From-Domain.
Der DNS-Eintrag beschreibt erlaubte Versandquellen. -all erzeugt für ansonsten nicht passende Quellen ein Fail, ~all ein Softfail. Ein Fail bedeutet fehlende Autorisierung nach dieser SPF-Regel, keinen sicheren Fälschungsnachweis: Auch eine legitime Weiterleitung kann SPF scheitern lassen. Neben Pass und Fail existieren unter anderem Neutral, None sowie temporäre und dauerhafte Fehler.
Die Zehnergrenze zählt ausgewertete SPF-Terme
Die Grenze betrifft insgesamt höchstens zehn ausgewertete DNS-auslösende Terme: include, a, mx, ptr, exists und redirect, einschließlich verschachtelter Auswertungen. Das ist keine allgemeine Grenze von zehn DNS-Paketen. Für bestimmte Abfragen gelten zusätzliche Begrenzungen.
ip4, ip6 und all verbrauchen dieses Budget nicht. Ein früher Treffer beendet die Auswertung; spätere Verweise zählen dann nicht mit. Ein Überschreiten liefert für die konkrete Auswertung permerror. Änderungen bei eingebundenen Versanddiensten können diesen Fehler auslösen, machen aber nicht automatisch jeden möglichen Auswertungspfad ungültig.

DKIM: Signierte Bestandteile statt vollständiger Unveränderlichkeit
Das Versandsystem signiert mit einem privaten Schlüssel. Der Empfänger prüft mit dem öffentlichen DNS-Schlüssel. Geschützt sind die signierten Header und der erfasste Nachrichtentext nach festgelegter Normalisierung. Je nach Regel dürfen dabei bestimmte Formatunterschiede, etwa bei Leerzeichen, unberücksichtigt bleiben; eine Signatur kann auch nur einen Teil des Nachrichtentextes erfassen. DKIM-Pass bedeutet daher nicht, dass jedes Zeichen der gesamten Nachricht unverändert blieb.
Bei RSA verlangt RFC 8301 mindestens 1024 Bit und empfiehlt mindestens 2048 Bit. Ein 1024-Bit-Schlüssel ist nach dieser Norm nicht automatisch ungültig, für neue RSA-Konfigurationen sind 2048 Bit die bessere Vorgabe. Ed25519 verwendet andere Schlüssellängen; ein direkter Zahlenvergleich mit RSA wäre irreführend.
Lange Schlüssel passen in einen TXT-Record aus mehreren Zeichenfolgen mit jeweils höchstens 255 Bytes. Mehrere Zeichenfolgen innerhalb desselben Records sind nicht mehrere getrennte TXT-Records. Die DNS-Oberfläche des Anbieters kann diese Aufteilung übernehmen.
Der richtige Selektor steht als s= in einer tatsächlichen DKIM-Signature; d= nennt die Signaturdomain. Daraus entsteht der DNS-Name selektor._domainkey.domain. Das Durchprobieren verbreiteter Selektoren ersetzt diese Prüfung nicht. Kein Treffer bedeutet lediglich: unter den geprüften Namen kein Schlüssel gefunden.
DMARC: Zur sichtbaren From-Domain passende Authentifizierung
DMARC besteht, sobald mindestens eine erfolgreiche SPF- oder DKIM-Prüfung zur sichtbaren From-Domain passt. Diese Zuordnung heißt Alignment. Im strengen Modus müssen die Domains identisch sein; im gelockerten Modus zählt dieselbe organisatorische Domain nach den Regeln der DMARC-Domainermittlung. Zwei beliebige Domains mit ähnlichem Namen reichen nicht.
p=none: keine besondere Behandlung aufgrund der veröffentlichten DMARC-Policy angefordert.p=quarantine: fehlgeschlagene DMARC-Prüfungen sollen als verdächtig behandelt werden.p=reject: Ablehnung solcher Nachrichten angefordert.
Keine dieser Einstellungen garantiert Zustellung oder Ablehnung. Lokale Filter bleiben maßgeblich. Für angeforderte Sammelberichte braucht der Record ein geeignetes rua-Ziel; p=none allein richtet keinen Berichtsempfang ein. Auch mit Zieladresse sind Berichte nicht von jedem Empfänger garantiert.
Ein sinnvoller Rollout beginnt mit einem vollständigen Verzeichnis der Versanddienste und repräsentativen Tests und Berichten. Monatsrechnungen und seltene Versandwege gehören dazu. Danach folgt eine passende strengere Policy; eine feste Anzahl Wochen oder ein zwingender Zwischenschritt über Quarantine lässt sich daraus nicht ableiten.
Was eine DNS-Prüfung tatsächlich zeigt
Der E-Mail-Authentifizierungs-Prüfer liefert eine Bestandsaufnahme von DNS-Einträgen. Der derzeitige SPF-Zähler durchläuft Verweise statisch und simuliert keine konkrete Nachricht mit sendender IP. MX-Einträge belegen keine SMTP-Erreichbarkeit. Bei Subdomains kann eine übergeordnete DMARC-Policy gelten; eine fehlende direkte Fundstelle beweist deshalb keine fehlende Policy.
Für einen belastbaren Versandtest sind zusätzlich Nachrichten aus jedem legitimen Versandsystem und die Authentifizierungsergebnisse am vertrauenswürdigen Empfangssystem nötig. Eine DNS-Momentaufnahme kann nicht vorhersagen, ob jede gefälschte Nachricht abgewiesen wird.
Fragen und Antworten
Warum kann SPF bestehen und DMARC scheitern?
Ein fremder Versanddienst kann SPF für eine eigene Umschlagdomain bestehen, während die sichtbare From-Zeile eine andere Domain nennt. Ohne Alignment zählt dieses SPF-Pass nicht für DMARC. Eine gültige, ausgerichtete DKIM-Signatur könnte DMARC dennoch bestehen lassen.
Was passiert bei Weiterleitungen?
Eine andere einliefernde IP kann SPF scheitern lassen. DKIM kann erhalten bleiben, solange signierte Bestandteile nach der verwendeten Normalisierung unverändert bleiben. Änderungen durch Mailinglisten können die Signatur brechen. Ausgerichtetes DKIM verbessert die Robustheit, ersetzt aber keine Tests der tatsächlichen Versandwege.
Wie lässt sich eine Domain ohne Mailversand absichern?
Nach Prüfung aller Anwendungen und Subdomains kommen v=spf1 -all und eine passende DMARC-Reject-Policy infrage. Eine pauschale Risikofreiheit besteht nicht: vergessene Versandsysteme können betroffen sein. SPF wird nicht allgemein auf Subdomains vererbt. Ein Null-MX bezeichnet zusätzlich eine Domain ohne Mailannahme; fehlender Versand und fehlender Empfang sind unterschiedliche Eigenschaften.
Quellen
RFC 9989 ersetzt seit Mai 2026 RFC 7489; Sammelberichte sind in RFC 9990 beschrieben.
Verstehen durch Ausprobieren
Grünes SPF. Aber besteht auch DMARC?
From bleibt shop.example.com. Ändere Prüfergebnisse und Domains und sieh, ob mindestens ein bestandener Weg auch ausgerichtet ist.
From: shop.example.com
Feste Beispieldomains, eine DKIM-Signatur, nur normale SPF-Pass-/Fail-Fälle. Keine DNS-Abfragen und kein E-Mail-Versand. Alignment und Authentifizierung sind getrennt. Die angeforderte Policy ersetzt keine lokale Empfängerentscheidung und garantiert keine Inbox-Zustellung.
Dieses Modul rechnet im Browser und sendet oder speichert Deine Eingaben nicht.
Verstehen durch Ausprobieren
Eine Minute: Findest Du den Denkfehler?
From: shop.example.com. SPF besteht für mail.example.net, DKIM scheitert. Besteht DMARC?
Der SPF-Erfolg gehört zu einer fremden Organisationsdomain. Er ist nicht zu From ausgerichtet. Ohne bestandenen, ausgerichteten DKIM-Weg ergibt das DMARC-Fail. p=none ändert die Prüfung nicht, nur die angeforderte Behandlung.