Stripe, Paddle oder Lemon Squeezy: Was bleibt von einem kleinen SaaS-Abo übrig?

Management Summary
Stripe, Paddle und Lemon Squeezy unterstützen den Verkauf von Online-Software, übernehmen aber je Angebot unterschiedliche Aufgaben. Manche Angebote wickeln Zahlungen ab, andere treten selbst als Verkäufer auf und erledigen vereinbarte Steuer- und Zahlungsaufgaben. Der Artikel erklärt diese Unterschiede für kleine Abos. Feste Gebühren treffen niedrige Verkaufspreise besonders stark. Für die Auswahl zählt deshalb, was nach allen Kosten und eigener Betreuungsarbeit übrig bleibt, statt nur der beworbene Prozentsatz.
Inhalt
Bei einem Software-Abonnement im Internet, kurz SaaS, bleibt nach der Zahlung nicht der ganze Preis beim Anbieter. Zahlungsdienste ziehen Gebühren ab und übernehmen unterschiedliche Aufgaben. Stripe Payments wickelt vor allem Zahlungen ab. Ein Merchant of Record, kurz MoR, tritt bei der betreffenden Transaktion als Verkäufer auf und übernimmt vereinbarte Aufgaben wie Verkaufssteuer und Zahlungsfragen. Entwicklung, Hosting und technischer Support des Produkts bleiben beim SaaS-Unternehmen.

Vier Produkte statt drei Markennamen
Stripe bietet mit Managed Payments auch ein MoR-Produkt an. Deshalb stehen in der Tabelle vier Angebote: Stripe Payments, Stripe Managed Payments, Paddle und Lemon Squeezy. Eine verfügbare Preisseite bedeutet noch keine Zulassung jedes Unternehmens oder Produkts. Bei Managed Payments prüft Stripe beispielsweise Standort, Geschäftsmodell und Produktart. [2]
| Produkt | Öffentliche Preisbasis am 25.10.2026 | Vergleichsgrenze |
|---|---|---|
| Stripe Payments, Deutschland | 1,5 % + 0,25 € für Standardkarten aus dem EWR | Kein universeller Kartenpreis; Billing und weitere Leistungen separat |
| Stripe Managed Payments | Zusätzlich 3,5 % des Transaktionsbetrags neben den Zahlungsabwicklungsgebühren | Weitere Produkte können separat kosten |
| Paddle | 5 % + 0,50 US-Dollar pro Checkout-Transaktion | Vertrag und Sonderkonditionen prüfen |
| Lemon Squeezy | Basis 5 % + 0,50 US-Dollar | Zusatzgebühren etwa für Abos, internationale Zahlungen und PayPal prüfen |
Die Tabelle nennt veröffentlichte Grundpreise, keine vollständigen Kosten für denselben Kauf. Stripe Billing, die Verwaltung wiederkehrender Rechnungen und Abos, kostet im nutzungsabhängigen Tarif zusätzlich 0,7 % des Billing-Volumens. Bei Lemon Squeezy kommen laut Gebührenseite 0,5 Prozentpunkte für Abos, 1,5 für internationale Zahlungen außerhalb der USA und 1,5 für PayPal hinzu. Weitere Auszahlungs- oder Marketinggebühren sind möglich. Eurobeträge und Dollarbeträge brauchen für einen direkten Vergleich denselben Wechselkurs. [1, 2, 3, 4, 5]
Der fixe Betrag trifft kleine Verkäufe
Ein vereinfachter Kauf über 20 US-Dollar verursacht bei 5 % plus 0,50 US-Dollar eine Gebühr von 1,50 US-Dollar. Das sind 7,5 % des Kaufbetrags; vor weiteren Abzügen bleiben 18,50 US-Dollar. Bei 100 US-Dollar beträgt die Gebühr 5,50 US-Dollar, also 5,5 %; übrig bleiben zunächst 94,50 US-Dollar. Der feste Anteil von 0,50 US-Dollar wiegt bei kleinen Zahlungen stärker. Das Beispiel enthält weder Steuern noch Zusatzgebühren, Umrechnung oder Erstattungen und ist kein vollständiger Abopreis.
Was in die vollständige Rechnung gehört
Ein brauchbarer Vergleich verwendet dieselben Beispielkäufe: gleiches Käuferland, Zahlungsmittel, gleiche Währung und gleicher Abotyp. Wichtig ist auch der Betrag, auf den der Prozentsatz angewandt wird. Lemon Squeezy berechnet die Plattformgebühr beispielsweise auf den Gesamtbetrag einschließlich erhobener Steuer. Die Auszahlung kann daher kleiner sein als „Produktpreis minus Grundgebühr“. Zusätzlich gehören Auszahlungstermine, vorübergehend einbehaltene Beträge, angefochtene Zahlungen und nicht erstattete Gebühren in die Rechnung.
Auch Arbeitszeit kostet Geld. Dazu zählen Rückfragen zu Rechnungen, der Abgleich von Auszahlungen mit Verkäufen und Antworten auf Kundenfragen. Ein MoR kann Fragen zur Zahlung übernehmen; eine Fehlfunktion der Software muss weiterhin das SaaS-Unternehmen beheben. Ein niedriger Prozentsatz allein zeigt deshalb nicht, welcher Dienst insgesamt günstiger ist.
Vor dem Wechsel
Vor einem Wechsel prüft eine Testintegration Kauf, Verlängerung, Kündigung, fehlgeschlagene Zahlung und Erstattung. Webhooks sind automatische Nachrichten des Zahlungsdienstes an die Anwendung. Die Anwendung prüft deren Echtheit und den passenden Zahlungs- oder Abostatus, bevor ein kostenpflichtiger Zugang freigeschaltet oder beendet wird. Eine doppelt gelieferte Nachricht darf keinen zweiten Monat hinzufügen. Auch verspätete Nachrichten dürfen keinen neueren Zustand überschreiben. Für einen späteren Wechsel braucht es außerdem einen Datenexport und einen Plan für bestehende Abos. Gespeicherte Zahlungsdaten lassen sich nur über unterstützte Übertragungsverfahren verschieben.
Welche Lösung passt, hängt somit von den tatsächlichen Käufen und den ausgelagerten Aufgaben ab. Nach Gebühren und Verkaufssteuern müssen aus dem Rest noch Hosting, Entwicklung und Betreuung bezahlt werden. Eine Rangliste allein nach dem kleinsten Prozentsatz beantwortet die Frage nach dem verbleibenden Gewinn nicht.
Passende Werkzeuge
Fragen und Antworten
Ist Stripe grundsätzlich kein Merchant of Record?
Nein. Stripe Payments und Stripe Managed Payments sind verschiedene Produkte. Nur die betreffenden Managed-Payments-Transaktionen werden im MoR-Modell abgewickelt.
Sind 5 % plus 0,50 US-Dollar der volle Abopreis?
Nicht automatisch. Bei Lemon Squeezy kommt beispielsweise ein Abozuschlag hinzu. Außerdem können Steuern zur Gebührenbasis gehören und weitere Kosten entstehen. Die veröffentlichten Grundpreise ersetzen deshalb keine Rechnung für einen konkreten Kauf.
Quellen
- Stripe Germany: Pricing
- Stripe Managed Payments
- Paddle: Pricing
- Lemon Squeezy: Pricing
- Lemon Squeezy: Fees
- Stripe: Webhooks
- Stripe: Managed Payments eligibility
- Stripe: Payment data migration
Quellen erneut geprüft: 25. Oktober 2026.