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2,4 GHz teilen: was ein Zigbee-Kanalwechsel kostet

2,4 GHz teilen: was ein Zigbee-Kanalwechsel kostet
Inhalt
  1. Wo die Kanäle tatsächlich liegen
  2. Die Störung wirkt nur in eine Richtung
  3. Was sonst noch im Band steht
  4. Warum der Wechsel mehr kostet als die Wahl
  5. Die billigere Seite zum Verschieben
  6. Quellen

Ein Zigbee-Netz, das Geräte verliert, wird für gewöhnlich am Netz untersucht: mehr Router, bessere Standorte, neue Firmware. Die Schicht darunter wird selten angesehen, und sie entscheidet darüber, wie viel vom Rest überhaupt funktionieren kann – dreiundachtzig Megahertz geteiltes Band, belegt von einem Nachbarn, der hundertmal lauter sendet.

Die beiden Systeme treten weder mit gleicher Leistung noch mit gleichem Wissen gegeneinander an, und genau das macht aus der Kanalwahl eine Entscheidung statt einer Vorliebe.

Das 2,4-GHz-Band von 2400 bis 2483 MHz mit den WLAN-Kanälen 1, 6 und 11 als breite Blöcke und den sechzehn Zigbee-Kanälen darunter, von denen 15, 20, 25 und 26 als frei markiert sind
WLAN belegt 22 MHz je Kanal, Zigbee 2 MHz. Vier der sechzehn fallen aus allen drei WLAN-Blöcken heraus.

Wo die Kanäle tatsächlich liegen

Zigbee nummeriert seine Kanäle von 11 bis 26, und die Mittenfrequenz folgt einer Zeile: 2405 MHz plus fünf Megahertz je Schritt. Jeder Kanal belegt rund zwei Megahertz. WLAN belegt im selben Band 22 MHz je Kanal – deshalb vertragen sich nur 1, 6 und 11 miteinander, denn weiter auseinander lässt sich das Band nicht aufteilen.

Zigbee    Mitte = 2405 MHz + 5 MHz × (Kanal − 11)      2 MHz breit
WLAN 1    2412 MHz    2401 – 2423
WLAN 6    2437 MHz    2426 – 2448
WLAN 11   2462 MHz    2451 – 2473

frei:  15 (2425)   20 (2450)   25 (2475)   26 (2480)

Alles andere landet in einem der drei WLAN-Blöcke. Kanal 11 bei 2405 MHz ist eine verbreitete Voreinstellung und liegt mitten unter WLAN 1; Kanal 25 ist der, der frei liegt, gut unterstützt wird und selten gewählt wird, weil nichts in der Oberfläche darauf hinweist.

Die Störung wirkt nur in eine Richtung

WLAN sendet mit rund 100 mW. Zigbee sendet mit 1 bis 3 mW – Faktor dreißig bis hundert, noch ohne Antennen. Das allein wäre zu verkraften, wenn beide Seiten sich abwechselten, und eine tut das: Zigbee horcht vor dem Senden und weicht zurück, wenn der Kanal belegt ist.

WLAN hört Zigbee nicht. Ein zwei Megahertz breites Signal mit einem Milliwatt gilt einem WLAN-Funkteil nicht als belegter Kanal, also sendet der Zugangspunkt einfach hindurch. Das Ergebnis ist keine faire Aufteilung, sondern ein Netz, das höflich auf Lücken in einer Übertragung wartet, die seine Existenz nie zur Kenntnis nimmt – weshalb sich das Symptom als Verzögerung und verlorene Nachrichten zeigt und nicht als sauberer Ausfall.

Was sonst noch im Band steht

Quelle Wo Wirkung auf das Netz
WLAN mit 20 MHz 1, 6 oder 11 der geplante Fall; drei Blöcke, vier Lücken
WLAN mit 40 MHz irgendwo deckt zwei Blöcke zugleich ab, es bleibt kaum eine Lücke
Bluetooth springt über das ganze Band kurze Kollisionen überall, kein Kanal entgeht dem
Mikrowelle um 2450 MHz legt Kanal 20 für die Dauer einer Mahlzeit lahm
USB-3.0-Geräte Breitbandrauschen halbiert die Reichweite eines danebensteckenden Koordinators

Die letzte Zeile sieht wie ein Netzproblem aus und ist keines. Ein USB-3-Anschluss und sein Kabel strahlen ein Breitbandrauschen ab, dessen Schwerpunkt genau in diesem Band liegt, und ein Koordinatorstick in der Buchse neben einer externen SSD verliert einen großen Teil seiner Reichweite, ohne dass sich sonst etwas geändert hätte. Ein Meter Verlängerungskabel ist die vollständige Abhilfe, und sie ist einen Versuch wert, bevor ein Kanal angefasst wird.

Die 40-MHz-Zeile verdient dieselbe Behandlung mit umgekehrtem Vorzeichen: Ein WLAN, das im 2,4-GHz-Band auf 40 MHz steht, nimmt genau die Lücken weg, auf denen der ganze Plan beruht. Dort gehören zwanzig Megahertz hin und die Breite dorthin, wo sie hingehört – auf 5 GHz.

Warum der Wechsel mehr kostet als die Wahl

Ein Koordinator wechselt den Kanal, indem er ihn ansagt, und netzbetriebene Router folgen binnen Sekunden. Batteriebetriebene Endgeräte schlafen, während die Ansage hinausgeht – genau das lässt sie zwei Jahre an einer Knopfzelle halten -, und sie wachen auf einem Kanal auf, auf dem niemand antwortet.

Was dann geschieht, hängt vom Gerät ab und ist selten erfreulich: Manche suchen und treten neu bei, viele versuchen es einfach auf dem alten Kanal weiter, bis die Batterie leer ist. In der Praxis heißt ein Kanalwechsel, durchs Haus zu gehen und jeden Sensor neu anzulernen – der Wert der richtigen Wahl zu Beginn sind also nicht die zwanzig Megahertz, sondern der Nachmittag.

Die billigere Seite zum Verschieben

Steht das Netz schon und ist das Band eng, lautet die Frage nicht, auf welchen Zigbee-Kanal zu wechseln ist, sondern welches System sich überhaupt billiger verschieben lässt. Ein WLAN-Kanalwechsel ist eine Einstellung, wirkt binnen Sekunden und kostet jeden Client eine kurze Neuanmeldung, die niemand bemerkt. Ein Zigbee-Kanalwechsel kostet einen Anlernnachmittag.

Die Reihenfolge lautet also: nachsehen, was das WLAN tut, es auf 20 MHz stellen, es auf 1, 6 oder 11 mit größtmöglichem Abstand zum genutzten Zigbee-Kanal legen – und erst danach über einen Umzug des Netzes nachdenken. Und wenn das Netz umziehen muss, dann einmal, auf einen Kanal, der jetzt frei ist und es auch dann noch sein wird, wenn die Nachbarschaft ihre Router erneuert: in diesem Band heißt das 15, 20 oder 25.

Lukas Wojcik

Lukas Wojcik

Systems architect and technology enthusiast specializing in scalable tracking solutions, GMP Stack (GA4 & GTM), and robust backend architectures. Advocate for clean code and privacy-first design.

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