LW IT Solutions logo LW IT Solutions logo LW IT Solutions
« Blog-Übersicht /Music Production / Was 2026 mit Native Instruments passiert ist:...
Diesen Artikel in anderen Sprachen lesen:

Was 2026 mit Native Instruments passiert ist: Insolvenz, Übernahme durch inMusic und Aufteilung der Marken

Was 2026 mit Native Instruments passiert ist: Insolvenz, Übernahme durch inMusic und Aufteilung der Marken

Management Summary

Native Instruments, Anbieter von Musiksoftware und Instrumenten, arbeitete während der Insolvenzverfahren 2026 weiter. Der Verbund wurde aufgeteilt: Native Instruments ging an inMusic, iZotope an Boris FX und Plugin Alliance mit Brainworx an RCKFRC. Für Studios und Musikproduktion zählt vor allem die weitere Nutzbarkeit gekaufter Werkzeuge und vorhandener Projekte. Bestehende Lizenzen blieben beim Übergang erhalten; unbegrenzte Updates oder die Eignung für künftige Computer sind damit nicht zugesichert.

Inhalt
  1. Wie die gemeinsame Gruppe entstand
  2. Eine erlaubte Übernahme, die nicht zustande kam
  3. Januar bis Mai: Verfahren und Käufersuche
  4. Juni und Juli: drei getrennte Eigentümer
  5. Was die späteren Unterlagen belegen
  6. Lizenzen und vorhandene Projekte
  7. Fragen und Antworten
  8. Quellen

Native Instruments arbeitete während der Insolvenzverfahren 2026 weiter. Der frühere Verbund wurde auf drei Eigentümer aufgeteilt: Native Instruments ging an inMusic, iZotope an Boris FX und Plugin Alliance mit Brainworx an Dirk Ulrichs Gruppe RCKFRC. Der Eigentümerwechsel bedeutete also keinen allgemeinen Ausfall der Produkte.

Die Chronologie beschreibt die Ereignisse bis September 2026; die Quellen wurden am 25. Oktober 2026 geprüft. Ankündigung, abgeschlossener Verkauf und Zusagen zur weiteren Unterstützung werden getrennt betrachtet.

Drei Spalten: Native Instruments bei inMusic, iZotope bei Boris FX, Plugin Alliance und Brainworx bei RCKFRC.
Eigentümer nach den Verkäufen im Sommer 2026. Mitteilungstag und rechtliche Wirksamkeit sind unterschiedliche Angaben.

Wie die gemeinsame Gruppe entstand

Francisco Partners investierte im Januar 2021 in Native Instruments. Im März kündigten Native Instruments und iZotope eine gemeinsame Gruppe an. Im April 2022 stellte Native Instruments den Namen Soundwide und die zusätzlichen Mitglieder Plugin Alliance, Brainworx und Sound Stacks vor. Das Datum dieser Vorstellung belegt nicht, wann die einzelnen Käufe rechtlich wirksam wurden.

2023 ersetzte die Gruppe den Namen Soundwide durch Native Instruments. Als Grund nannte das Unternehmen die größere Bekanntheit von Native Instruments. Die Marken arbeiteten also bereits vor dem Verkauf 2026 zusammen.

Eine erlaubte Übernahme, die nicht zustande kam

Am 4. Dezember 2025 gab die EU-Kommission die geplante gemeinsame Übernahme durch Bridgepoint und Bain Capital Credit frei. Die Freigabe besagte, dass das Wettbewerbsrecht diesem Geschäft nicht entgegenstand. Ein abgeschlossener Kauf war damit noch nicht belegt. Die Kanzlei Gleiss Lutz, die später inMusic beim Kauf beriet, berichtet vom Scheitern der geplanten Übernahme durch die Kreditgeber vor den Insolvenzanträgen im Januar.

Januar bis Mai: Verfahren und Käufersuche

Torsten Martini war ab Januar 2026 als vorläufiger Insolvenzverwalter tätig. Nach § 21 der Insolvenzordnung kann das Gericht das Firmenvermögen schützen, während über die Eröffnung des Verfahrens entschieden wird. Die vorläufige Verwaltung bedeutet keine automatische Schließung. Auch der Weiterbetrieb ist damit nicht garantiert.

In der Mitteilung vom 29. Januar erklärte Firmenchef Nick Williams, Verkauf, Downloads und Aktivierungen liefen weiter. Auch Lizenzen für Kontakt-Player-Instrumente anderer Hersteller würden weiter bearbeitet. Das war die damalige Auskunft des Unternehmens zum laufenden Betrieb.

Laut GÖRG, der Kanzlei des Insolvenzverwalters, eröffnete das Gericht die Verfahren für die wesentlichen deutschen Gesellschaften im März, April und Mai. Für die gesamte Gruppe gab es somit keinen einzigen gemeinsamen Eröffnungstag. Am 8. Mai meldete inMusic einen unterschriebenen Kaufvertrag. Der Abschluss hing zu diesem Zeitpunkt noch von Bedingungen ab.

Juni und Juli: drei getrennte Eigentümer

Boris FX nennt den 30. Juni als Abschluss der Übernahme durch inMusic. GÖRG beschreibt den Verkauf als wirksam zum 1. Juli. Die Angaben betreffen Abschluss und Wirksamkeit, keine zwei getrennten Übernahmen. Boris FX gab den Kauf von iZotope am 2. Juli bekannt. Dieser Veröffentlichungstag ist kein Beleg dafür, dass der Eigentümerwechsel erst an diesem Tag stattfand.

Marke Eigentümer nach den Verkäufen Beleg
Native Instruments inMusic Kaufvertrag im Mai; Abschluss Ende Juni, wirksam zum 1. Juli
iZotope Boris FX über Artel Software Kaufmitteilung vom 2. Juli
Plugin Alliance und Brainworx RCKFRC unter Gründer Dirk Ulrich Mitteilung des Gründers Mitte Juli

Der Gründerbrief von Plugin Alliance nennt im ersten Teil den 15. Juli und im späteren Nachtrag den 14. Juli. Die Angabe „Mitte Juli“ vermeidet eine Tagesgenauigkeit, die schon innerhalb dieser Quelle widersprüchlich ist.

Was die späteren Unterlagen belegen

Das britische Register nennt Richard Seymours Bestellung zum Director am 1. Juli und Nick Williams’ Ausscheiden am 29. Juli. Ein solcher Wechsel in der Geschäftsleitung belegt für sich weder eine Büroschließung noch die Zahl abgebauter Stellen. Aus Berichten mit anonymen Quellen ergibt sich keine bestätigte Beschäftigtenzahl.

Die Produktentwicklung lief weiter: Die offizielle Änderungsliste datiert Kontakt 8.13.0 auf den 3. September 2026. Zu den Verbesserungen gehören die Instrumentenliste und Pegelanzeigen. Diese Veröffentlichung belegt Arbeit an Kontakt; eine Zusage zur Lebensdauer aller Produkte folgt daraus nicht.

Lizenzen und vorhandene Projekte

Die Übernahmemitteilungen sagten die Fortführung zu. Laut Native Instruments blieben vorhandene Lizenzen unverändert. Boris FX bestätigte aktive iZotope-Lizenzen und Abonnements. Plugin Alliance bestätigte weiterlaufende Lizenzen, Abonnements und Aktivierungsdienste. Diese Aussagen betreffen den Übergang. Daraus folgt keine Garantie für unbegrenzte Updates, jedes künftige Betriebssystem oder dauerhaft erreichbare Aktivierungsserver.

Der Installationsweg hängt vom Produkt und vom Kaufweg ab. Native Access verwaltet viele NI-Produkte und lizenzierte Kontakt-Libraries anderer Hersteller. Plugin Alliance bestätigte den Weiterbetrieb des Installation Managers. Der Eigentümername allein bestimmt also nicht für jede Lizenz das richtige Konto oder Programm.

Fragen und Antworten

Was bedeutet die Lizenzierung für Kontakt Player?

Eine Library enthält aufgenommene Klänge und Instrumenteneinstellungen. Für den kostenlosen Kontakt Player freigegebene Libraries benötigen keine gekaufte Kontakt-Vollversion. Andere Libraries setzen laut Systemanforderungen die Vollversion voraus. „Nicht lizenziert“ bedeutet in dieser Unterscheidung: nicht für Player lizenziert. Gemeint ist keine illegale Kopie.

Was hilft beim Erhalt eines vorhandenen Projekts?

Eine Sicherung kann Projektdateien, Klangvoreinstellungen, verfügbare Installationsdateien, Sample-Libraries, Kaufbelege und Versionsnummern enthalten. Ein zusätzlicher Audioexport hält außerdem den Klang des Projekts fest. Eine erforderliche Aktivierung bleibt nötig. Ob alte Plug-ins auf einem neuen Betriebssystem funktionieren, muss separat geprüft werden. Ein Wiederherstellungstest auf einem passenden System sagt mehr aus als die bloße Existenz der Sicherungsdateien.

Lukas Wojcik

Lukas Wojcik

Systems architect and technology enthusiast specializing in scalable tracking solutions, GMP Stack (GA4 & GTM), and robust backend architectures. Advocate for clean code and privacy-first design.

Kontakt

Eine Frage oder eine Idee für ein Webprojekt? Schreib mir kurz, worum es geht. Das Formular nutzt reCAPTCHA zum Schutz vor Spam.

Kommentar schreiben

Erfahrungen mit anderen DAWs und Plugins, abweichende Messwerte und Rückfragen sind hier willkommen.

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem Stern versehen.