LW IT Solutions logo LW IT Solutions logo LW IT Solutions
« Blog-Übersicht /Music Production/Tutorials / Sidechain-Ducking in FL Studio: Routing, drei Steuerwege...
Diesen Artikel in anderen Sprachen lesen:

Sidechain-Ducking in FL Studio: Routing, drei Steuerwege und ein gemessenes Beispiel

Sidechain-Ducking in FL Studio: Routing, drei Steuerwege und ein gemessenes Beispiel

Management Summary

Bassdrum und Bass können im Musikmix denselben tiefen Klangbereich beanspruchen. Sidechain-Ducking senkt den Bass bei einem Schlag der Bassdrum kurz ab, um die Klänge zu trennen oder ein rhythmisches Pumpen zu erzeugen. FL Studio bietet dafür drei Steuerwege. Stärke und Rückkehrzeit prägen Klang und gemessenen Pegel; eine längere Absenkung senkt nicht unbedingt auch die höchste Spitze weiter. Das simulierte Beispiel erklärt diese Unterschiede, ohne ein gleiches Ergebnis für jeden Song zu versprechen.

Direkt zum Mitmachen ↓

Inhalt
  1. Was Ducking im Messbeispiel verändert
  2. Kick und Bass getrennt zuweisen
  3. Die Sidechain-Verbindung anlegen
  4. Weg 1: Fruity Limiter im Reiter COMP
  5. Weg 2: Fruity Compressor mit Sidechain-Eingang
  6. Weg 3: Fruity Peak Controller
  7. Ghost-Kick: Steuerung ohne hörbare Kick
  8. Tempo als Orientierung für die Rückkehrzeit
  9. Mögliche Ursachen bei unerwartetem Verhalten
  10. Den fertigen Export beurteilen
  11. Fragen und Antworten
  12. Quellen

Kick und Bass können gleichzeitig starke tiefe Anteile enthalten. Die Signale können sich dabei verstärken oder teilweise auslöschen; das hängt auch von ihrer zeitlichen Lage und Phase ab. Sidechain-Ducking senkt den Bass kurz ab, wenn die Kick spielt. Ein Sidechain ist dabei ein zusätzliches Steuersignal: Die Kick bestimmt die Absenkung, obwohl der Kompressor den Bass bearbeitet. Das kann Überlagerungen verringern oder ein bewusst hörbares Pumpen erzeugen.

Dieser Artikel beschreibt drei Wege in FL Studio: Fruity Limiter, Fruity Compressor und Fruity Peak Controller. Die ersten beiden verwenden ein zusätzliches Audiosignal zur Steuerung der Kompression. Peak Controller steuert stattdessen einen verknüpften Regler. Die Bedienung folgt dem Online-Handbuch von Image-Line; das Messbeispiel ist eine gesonderte Simulation und kein Test dieser Plugins.

Links die Kick zum Master und zusätzlich als Steuersignal zur Bass-Spur mit Fruity Limiter COMP. Rechts vorgegebene Verstärkungskurven des synthetischen Bassmodells: sofort 8 dB Absenkung, Rückkehr nach 150 oder 350 ms bei 128 BPM. Unten Modellmesswerte; keine gemessenen FL-Plugin-Kurven.
Sidechain-Verbindung im Mixer und vorgegebene Absenkungskurven im synthetischen Messbeispiel. Die Messwerte gelten für dieses Modell.

Was Ducking im Messbeispiel verändert

Das Beispiel enthält 16 Takte im 4/4-Takt bei 128 BPM, also 30 Sekunden bei 48 kHz. Beide Kanäle sind identisch. Eine Sinus-Kick fällt von 150 auf 50 Hz; der durchgehende Bass enthält 55 Hz sowie 110 und 165 Hz. Bei jedem Schlag springt die Bassverstärkung auf den gewählten Absenkwert und kehrt linear in dB zurück. Diese Rückkehrzeit heißt hier „Release“, ist aber keine nachgebildete Plugin-Zeitkonstante. Der archivierte Rechenkern des verlinkten Messgeräts liefert die Pegel nach dem BS.1770-Verfahren. True Peak schätzt auch Spitzen zwischen den gespeicherten Samples; 0 dBTP ist die Vollaussteuerungsreferenz. LUFS beschreibt gemessene Lautheit, LU deren Änderung. PLR ist True Peak minus integrierte Lautheit, aus ungerundeten Werten berechnet. Weiterführend: LUFS- und True-Peak-Messgerät

Variante True Peak Integrierte Lautheit Abstand Spitze zu Lautheit (PLR)
ohne Ducking +2,2 dBTP −9,2 LUFS 11,4 dB
8 dB Absenkung, Rückkehr 150 ms −0,5 dBTP −9,8 LUFS 9,4 dB
8 dB Absenkung, Rückkehr 350 ms −0,5 dBTP −10,7 LUFS 10,3 dB
12 dB Absenkung, Rückkehr 150 ms −1,2 dBTP −9,9 LUFS 8,7 dB

Ohne Ducking beträgt True Peak +2,16 dBTP, bei 8 dB Absenkung und 150 ms Rückkehrzeit −0,45 dBTP: ein Rückgang um rund 2,6 dB. Die Lautheit sinkt um 0,59 LU. Bei 350 ms bleibt der Spitzenwert auf eine Nachkommastelle gleich, die Lautheit sinkt insgesamt um 1,52 LU. Ob die Unterschiede hörbar sind, wurde nicht geprüft. Die Richtung ist nicht allgemein garantiert: Andere Signale und Phasenlagen können anders reagieren. Das Modell speichert Fließkommawerte über 0 dBFS und enthält abrupte Sprünge an Schlaggrenzen; ein Festkommaexport der Variante ohne Ducking würde ohne vorherige Pegelkorrektur übersteuern.

Kick und Bass getrennt zuweisen

Für den hier beschriebenen Mixer-Signalweg liegen Kick und Bass auf getrennten Insert-Spuren. Damit bleibt die Kick als Steuersignal verfügbar, während ein Effekt nur den Bass bearbeitet. Ein Routing-Feld mit „—“ kennzeichnet im Channel Rack die direkte Zuweisung zum Master.

  1. Der Kanalwähler im Channel Rack markiert den Kick-Kanal.
  2. Auf der gewünschten Mixer-Spur öffnet ein Rechtsklick das Kontextmenü. Channel routing › Route selected channels to this track weist den markierten Kanal dieser Spur zu. Das dort genannte Tastenkürzel ist Strg+L; dessen Wirkung hängt vom aktiven Fenster ab.
  3. Der Bass erhält auf demselben Weg eine andere Mixer-Spur. Namen wie „Kick“ und „Bass“ erleichtern später die Auswahl im Sidechain-Menü. F2 öffnet die Umbenennung der ausgewählten Spur.

Die Sidechain-Verbindung anlegen

Die Verbindung stellt das Kick-Signal einem Sidechain-Eingang auf der Bass-Spur bereit. Der normale hörbare Send-Anteil steht dabei auf 0 %. Das bedeutet nicht, dass auch das Steuersignal stumm ist: Hörbarer Send und Sidechain sind getrennte Signalwege. Ein Plugin könnte Sidechain-Audio ausdrücklich abhören; bei normaler Kompressionssteuerung wird die Kick dort nicht zugemischt.

  1. Zuerst ist die Kick-Spur im Mixer ausgewählt.
  2. Ein Rechtsklick auf den Send-Schalter unten an der Bass-Spur öffnet das Verbindungsmenü.
  3. Sidechain to this track erzeugt die Verbindung von der ausgewählten Kick-Spur zur Bass-Spur.

Der vorhandene Master-Weg der Kick bleibt bei dieser Auswahl erhalten. Sidechain to this track only schaltet zusätzlich die direkte Master-Verbindung ab und eignet sich für eine unhörbare Steuerspur. Weitere hörbare Verbindungen über andere Spuren können trotzdem bestehen. Ein normaler Send wird ebenfalls zum reinen Sidechain-Weg, wenn dessen hörbarer Send-Pegel auf 0 % steht.

Weg 1: Fruity Limiter im Reiter COMP

Fruity Limiter enthält Kompressor, Limiter und Gate. Das Sidechain-Signal steuert den Kompressor; die anderen Stufen können den Bass weiterhin beeinflussen.

  1. Fruity Limiter liegt in einem freien Effekt-Steckplatz der Bass-Spur. Jede Mixer-Spur bietet zehn Steckplätze.
  2. Der Reiter COMP zeigt die Kompressionsregler.
  3. Ein Rechtsklick auf SIDECHAIN öffnet die verfügbaren Quellspuren. Nach Auswahl von „Kick“ steuert deren Signal die Kompression des Basses.
  4. Eine Schwelle THRESH unter dem erkannten Kick-Pegel und ein Verhältnis RATIO über 1:1 ermöglichen die Absenkung. Die tatsächlich erreichte Tiefe hängt auch von Zeitverhalten und Übergangsform ab. Laut Handbuch deaktiviert THRESH auf dem Höchstwert die Kompression.

Die Hüllkurve beschreibt den Verlauf der Verstärkung über die Zeit. ATT steuert den Einsatz der Kompression, REL deren Rücklauf. Sehr kurze Zeiten können Verzerrungen verursachen. CURVE verändert die Form dieser Übergänge; SUSTAIN beeinflusst die Mittelung der Pegelerkennung. RMS bezeichnet dabei eine aus mehreren Abtastwerten berechnete Signalstärke statt nur eines einzelnen Spitzenwerts. Ein eingestellter Release-Wert ist keine Garantie, dass der Bass genau nach dieser Zeit vollständig zurückkehrt.

Show analysis & gain envelopes blendet im Plugin die Analyse- und Verstärkungskurven ein; die weiße Kurve zeigt die Absenkung. Lookahead bedeutet, dass der Audioweg verzögert wird, damit eine spätere Spitze die Regelung rechtzeitig auslösen kann. Bei Fruity Limiter bestimmt LIMIT-ATT diesen Vorlauf, nicht COMP-ATT. Laut Handbuch wird die Limiterstufe durch maximalen CEIL und minimalen LIMIT-ATT praktisch umgangen; Gate und weitere Regler bleiben gesondert zu beachten.

Weg 2: Fruity Compressor mit Sidechain-Eingang

Fruity Compressor bietet ebenfalls einen Sidechain Input. Die Funktion steht bereits im Änderungsprotokoll der Beta 25.1.99 vom 15. Oktober 2025 und ist im späteren Zweig 25.2 enthalten. Die Mixer-Verbindung bleibt gleich; im Sidechain-Menü wird erneut „Kick“ gewählt. Die folgenden Bereiche stammen aus dem Handbuch:

Regler Bereich Rolle beim Ducking
Threshold 0 bis −60 dB ab welchem Pegel der Kick die Absenkung beginnt
Ratio 0,4:1 bis 30:1 wie stark oberhalb der Schwelle abgesenkt wird
Attack 0 bis 400 ms Zeitverhalten beim Einsetzen der Absenkung
Release 1 bis 4000 ms Rücklauf nach Unterschreiten der Schwelle; vom Signal abhängig
Gain −30 bis +30 dB Ausgleich des Pegels nach der Kompression
Type (Knee) Hard, Medium, Vintage, Soft sowie je eine Variante mit /R Übergang an der Schwelle; die Varianten mit /R schalten TCR ein

Type bestimmt den Übergang in die Kompression. Varianten mit /R aktivieren TCR, eine automatische Anpassung der Rücklaufzeit. Das kann schnelle Pegelsprünge und hörbares Pumpen verringern, verhindert Ducking aber nicht grundsätzlich. Ein Vergleich mit und ohne /R zeigt, welche Kurve zum Klangziel passt. Vintage beschreibt eine besondere Kennlinie; der Name verspricht keine vollständige Nachbildung eines analogen Geräts.

Weg 3: Fruity Peak Controller

Peak Controller übersetzt den Eingangssignalpegel in einen Steuerwert für verknüpfbare Regler. Ein Beispiel ist der Bass-Lautstärkeregler; ebenso lässt sich eine Filterfrequenz steuern. Dafür ist keine zusätzliche Sidechain-Audioverbindung nötig. Die Verknüpfung erfolgt über einen internen Controller.

  1. Peak Controller liegt auf der Kick-Spur und empfängt dort das Steuersignal.
  2. MUTE ist laut Handbuch standardmäßig eingeschaltet und unterbricht das durchlaufende Audio. Die Steuerwerte entstehen weiterhin. Für eine hörbare Kick bleibt MUTE ausgeschaltet.
  3. Am Zielregler öffnet ein Rechtsklick Link to controller. Peak Ctrl – Peak liefert die pegelabhängige Steuerung. Peak Ctrl – LFO liefert dagegen einen selbstständig schwingenden Verlauf, der nicht den Kick-Schlägen folgen muss.
  4. Negatives VOL lässt den Steuerwert bei stärkeren Eingangsspitzen sinken. BASE setzt den Ruhewert, DECAY den Rücklauf und TENSION dessen Form. Die Zuordnung zum Zielregler bestimmt die tatsächliche Absenkung in dB. Deshalb ist der Ruhepegel des Basses nach dem Verknüpfen zu kontrollieren: Ein normalisierter Steuerwert von 100 % bedeutet bei einem Mixer-Fader nicht automatisch 0 dB Verstärkung.

Das Handbuch nennt −50 dB als untere Eingangsgrenze der Pegelauswertung. Relevant ist das Signal direkt am Peak Controller, einschließlich zuvor eingesetzter Effekte. Der Kick-Spurfader liegt hinter diesen Effekten und verändert diesen Eingangspegel daher nicht. Bei hörbaren Sprüngen kann auch die Ramp-Funktion des Controllers helfen, schnelle Steuerwertänderungen zu glätten.

Ghost-Kick: Steuerung ohne hörbare Kick

Eine Ghost-Kick ist eine separate Steuerspur, deren Rhythmus unabhängig von der hörbaren Kick sein kann. Ein kurzes Sample auf einer eigenen Mixer-Spur steuert den Bass über Sidechain to this track only. Dadurch entfällt die direkte Master-Verbindung. Für eine tatsächlich unhörbare Ghost-Kick dürfen auch keine anderen hörbaren Ausgänge, etwa über Busse, bestehen; die Quelle selbst muss weiter spielen.

Tempo als Orientierung für die Rückkehrzeit

BPM zählt Schläge pro Minute. Bei Viertelnoten-Schlägen ergibt 60 000 geteilt durch BPM den Abstand in Millisekunden. Die Tabelle zeigt solche Notenlängen, keine fertigen Kompressor-Einstellungen. Beim realen Kompressor beginnen und verlaufen Rücklaufphasen abhängig vom Steuersignal, der Schwelle und dem Regelmodell. Ein kurzer Zahlenwert allein garantiert deshalb keine vollständige Erholung vor dem nächsten Schlag.

Tempo Viertelnote Achtelnote Sechzehntelnote
90 BPM 667 ms 333 ms 167 ms
100 BPM 600 ms 300 ms 150 ms
120 BPM 500 ms 250 ms 125 ms
128 BPM 469 ms 234 ms 117 ms
140 BPM 429 ms 214 ms 107 ms
150 BPM 400 ms 200 ms 100 ms
174 BPM 345 ms 172 ms 86 ms

Der verlinkte BPM-Rechner ergänzt weitere Tempi sowie punktierte und triolische Notenlängen. Diese Zeitwerte dienen als Orientierung; der tatsächliche Verlauf ist an der Verstärkungskurve und im Klang zu prüfen. Weiterführend: BPM-Delay-Rechner

Mögliche Ursachen bei unerwartetem Verhalten

Beobachtung Mögliche Ursache Abhilfe
Keine Quelle im Sidechain-Menü Eine passende Verbindung zur Plugin-Spur fehlt möglicherweise Quellspur, Zielspur und Verbindung prüfen
Keine erkennbare Absenkung Eingang, Schwelle, Verhältnis oder Zeitverhalten passen möglicherweise nicht Richtigen Eingang und angezeigte Absenkung prüfen
Kick nach dem Einrichten unhörbar Direkter Master-Weg durch „only“ oder anderer Signalweg unterbrochen Master-/Bus-Verbindungen und Mute prüfen
Knacksen oder Verzerrung Zu schnelle Pegeländerungen, Übersteuerung oder andere Ursachen Attack/Release und Pegel prüfen; beim Controller auch Ramp
Wenig hörbares Pumpen TCR kann Übergänge glätten; auch Tiefe und Timing beeinflussen den Effekt /R und Variante ohne /R bei angepassten Einstellungen vergleichen
Kick mit Peak Controller stumm MUTE kann den Audioweg unterbrechen MUTE für eine hörbare Kick deaktivieren
Keine Peak-Controller-Bewegung Zu kleiner Eingang, VOL=0 oder falsche Quelle/Verknüpfung möglich Eingang, Peak-Auswahl, BASE, VOL und Zielzuordnung prüfen

Den fertigen Export beurteilen

Ducking kann Spitzen, Lautheit und Klang verändern. Die Prüfung sollte deshalb den vollständigen Mix und den exportierten Audiostand umfassen. Ein LUFS- und True-Peak-Messgerät liefert Pegelwerte; ein Lautheitsabgleich erleichtert den Hörvergleich. Eine angezeigte Streaming-Normalisierung bleibt ein Modell für bestimmte Einstellungen und ist keine Garantie für jede Wiedergabesituation. Weiterführend: LUFS- und True-Peak-Messgerät

Fruity Limiter und Fruity Compressor nutzen dieselbe Art von Mixer-Verbindung, benötigen nach einem Wechsel aber eine erneute Auswahl des Eingangs und passende Einstellungen. Peak Controller steuert einen Zielregler; dessen Zuordnung und Ruhewert sind zusätzlich wichtig. Der passende Weg hängt von gewünschter Absenkung und Bedienbarkeit ab.

Fragen und Antworten

Warum ändert die längere Rückkehrzeit hier die Spitze kaum, aber die Lautheit?

Im reproduzierten Modell liegt die größte True-Peak-Spitze sehr nahe an einer Schlaggrenze. Beide 8-dB-Kurven beginnen dort mit derselben Absenkung. Die später unterschiedliche Erholung verändert diesen größten Spitzenwert kaum. Das erklärt das konkrete Ergebnis; in anderen Signalen kann die höchste Spitze später auftreten und anders auf die Rückkehrzeit reagieren.

Integrierte Lautheit fasst frequenzgewichtete Energie über Messfenster zusammen und schließt sehr leise Abschnitte über Schwellen aus. Bei 128 BPM dauert eine Viertelnote 468,75 ms. Die vorgegebene 150-ms-Kurve hält den Bass während 32 % davon unter dem Ausgangspegel, die 350-ms-Kurve während rund 75 %. Im Modell sinkt die Lautheit dadurch um 0,59 beziehungsweise 1,52 LU.

Mit 12 dB Absenkung und 150 ms Rückkehrzeit erreicht das Modell −1,22 dBTP und −9,94 LUFS. Die Lautheit liegt damit 0,13 LU unter der 8-dB-Variante mit gleicher Rückkehrzeit. In diesem Beispiel wirkt eine tiefere Absenkung stärker auf den größten Spitzenwert als eine längere Rückkehrzeit.

Ersetzt Ducking einen abschließenden Limiter?

Ducking begrenzt nicht automatisch alle Spitzen. Ob ein zusätzlicher Limiter nötig ist, hängt vom restlichen Mix und dem Ausgabeziel ab. Für ein beispielhaftes Ziel von −1 dBTP fehlen nach der 8-dB-Variante noch rund 0,55 dB Pegelabstand. Das lässt sich auch durch eine entsprechende globale Absenkung erreichen. Eine garantierte Limiter-Absenkung oder Klangverbesserung folgt daraus nicht.

Lässt sich die Rückkehrzeit auf ein anderes Tempo umrechnen?

Der Anteil an einer Viertelnote lässt sich umrechnen: neue Zeit = bisherige Zeit × bisheriges BPM ÷ neues BPM. Aus 150 ms bei 128 BPM werden rund 110 ms bei 174 BPM oder 213 ms bei 90 BPM. Aus 350 ms werden bei 174 BPM rund 257 ms. Das erhält den Zeitanteil, aber nicht automatisch den Klang oder die Lautheit.

Bei einer Kick nur auf jeder zweiten Viertelnote verdoppelt sich der Schlagabstand. Der gleiche Rücklauf belegt dann einen halb so großen Anteil. Auch das ist nur eine Zeitrechnung: Signallänge, Phase, Noten und Kompressorverhalten können die Pegelwirkung verändern.

Quellen

Verstehen durch Ausprobieren

Was macht die Kick mit dem Basspegel?

Die Kick steuert den Kompressor. Verändere ihren Pegel, Threshold und Ratio und beobachte die Absenkung des Basses.

Gain Reduction
Bass nach Ducking

Statisches Hard-Knee-Modell ohne Attack, Release oder Make-up-Gain. Bass vor Ducking: −12 dBFS. GR = max(0, Kick − Threshold) × (1 − 1/Ratio). Die Grafik zeigt GR über dem Kick-Pegel (−48 bis 0 dBFS); kein Hörtest und keine Emulation eines konkreten Plugins.

Dieses Modul rechnet im Browser und sendet oder speichert Deine Eingaben nicht.

Im passenden Werkzeug weiterarbeiten →

Grundlage ↗

Verstehen durch Ausprobieren

Eine Minute: Findest Du den Denkfehler?

Kick bei −6 dBFS, Threshold −18 dBFS, Ratio 4:1. Wie viel Gain Reduction ergibt das statische Modell?

Im passenden Werkzeug weiterarbeiten →

Grundlage ↗

Lukas Wojcik

Lukas Wojcik

Systems architect and technology enthusiast specializing in scalable tracking solutions, GMP Stack (GA4 & GTM), and robust backend architectures. Advocate for clean code and privacy-first design.

Kontakt

Eine Frage oder eine Idee für ein Webprojekt? Schreib mir kurz, worum es geht. Das Formular nutzt reCAPTCHA zum Schutz vor Spam.

Kommentar schreiben

Erfahrungen mit anderen DAWs und Plugins, abweichende Messwerte und Rückfragen sind hier willkommen.

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit einem Stern versehen.